Patientenschützer fordern strengere Auflagen für Pflegeheime
Nach dem Stromausfall in Teilen Berlins fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz auch für Pflegeeinrichtungen stärkere Absicherungen gegen Krisensituationen. "Es braucht eine gesetzliche Verpflichtung für die rund 16.000 Pflegeheime, eine Notstromversorgung für mindestens 24 Stunden vorzuhalten", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur dpa. So hätten Katastrophenschutzorganisationen und Bundeswehr eine realistische Chance, eine vorübergehende externe Stromversorgung aufzubauen.
Es sei nicht hinnehmbar, dass es für Krankenhäuser strengere Vorgaben gebe als für Pflegeeinrichtungen, sagte Brysch. "Denn sowohl Patienten als auch Pflegebedürftige können sich nicht allein in Sicherheit bringen." Bund und Länder seien daher gefordert, Heime und Kliniken gleichzustellen. Nötig sei ein milliardenschwerer Krisenresilienz-Fonds für die stationäre Pflegeversorgung, sagte Brysch.
Im Südwesten Berlins waren nach einem Anschlag auf Stromleitungen Anfang Januar 45.000 Haushalte sowie Krankenhäuser, Pflegeheime und Betriebe teils mehrere Tage ohne Strom gewesen.
Ein Stromausfall bedeute nicht nur den Ausfall der Heizung, sondern "die gesamte Sicherheitsarchitektur des Hauses bricht zusammen", sagte Brysch mit Blick etwa auf die Pflegeheime. Er sprach sich für einen Blackout-Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus aus. Aufzuklären sei, warum das Stromnetz der Hauptstadt so anfällig sei und wann in anderen Ländern Unterstützung etwa für Stromaggregate angefordert worden sei.