Zahl der Grippefälle steigt weiter

In der vergangenen Woche ist die Zahl der Menschen, die an Influenza erkrankt sind, stark gestiegen. Das Robert Koch-Institut geht von rund 8.800 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner aus. Hochgerechnet entspricht das etwa 7,4 Millionen akuten Atemwegserkrankungen. Die Experten bewerten das als hoch, aber für diese Jahreszeit üblich.

Laut dem aktuellen Bericht, der die Woche zwischen dem 26. Januar und 1. Februar abdeckt, sind Menschen aller Altersgruppen von der steigenden Zahl an Influenza-Erkrankungen betroffen. Dabei werden vor allem Influenza-A-Viren nachgewiesen. Die geschätzte Covid-19-Inzidenz ist den Angaben zufolge niedrig und liegt bei etwa 100 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. 

Auch die Zahl der an das RKI gemeldeten Fälle ging leicht zurück. In den Krankenhäusern gebe es trotzdem immer wieder Erkrankte, die teils auf den Intensivstationen behandelt werden müssten, teilte Mathias Pletz mit, der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin am Universitätsklinikum Jena. "Das sind meistens Patienten mit Vorerkrankungen, zum Beispiel Krebs."

Impfempfehlung für Menschen über 60

Ebenfalls zurückgegangen sind Fälle von schweren akuten Atemwegserkrankungen in den Krankenhäusern. Vier von zehn neu aufgenommenen Patienten haben demnach eine Influenza-Diagnose. Bei Kindern zwischen fünf und 14 Jahren gab es bei Krankenhausaufenthalten einen leichten Anstieg. Grippefälle gibt es Pletz zufolge auch auf der Intensivstation, bislang sei die Zahl jedoch nicht höher als in vergangenen Wintern. Laut dem Bundesgesundheitsministerium ist die Auslastung der Intensivbetten in Deutschland insgesamt stabil.

Pletz ruft trotz des Rückgangs der schweren Verläufe dazu auf, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Die Impfung gegen die saisonale Influenza wird Personen empfohlen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Dazu zählen unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, medizinisches Personal, Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Menschen mit Vorerkrankungen, auch Kinder. 

Die Impfung schützt laut Pletz zwar nicht hundertprozentig, reduziert aber das Risiko, wegen Influenza auf die Intensivstation zu müssen oder einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. "Gerade Patienten, die schon einmal einen Herzinfarkt hatten, haben ein sehr hohes Risiko, durch die Influenza erneut einen Herzinfarkt zu bekommen und zu versterben," fügte er hinzu.