Danone ruft noch mehr Babynahrung zurück

Der Lebensmittelkonzern Danone hat den Rückruf von Babynahrung wegen möglicher Verunreinigung mit dem Giftstoff Cereulid deutlich ausgeweitet. Danone ruft nunmehr über 120 Produktionschargen der Marken Aptamil und Milumil in Deutschland und Österreich zurück. Dies geschehe "vor dem Hintergrund der aktualisierten Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert", teilte das Unternehmen mit.

"Produkte der betroffenen Produktionschargen sollen nicht weiter gefüttert und dort zurückgegeben werden, wo diese gekauft wurden", hieß es in der Mitteilung weiter. Der Kaufpreis werde auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Auf den Internetseiten aptaclub.de und milupa.de oder auf lebensmittelwarnung.de kann nachgeprüft werden, ob ein gekauftes Produkt davon betroffen ist.

Bereits vor einer Woche hatte der französische Lebensmittelkonzern in Deutschland zunächst drei Chargen der Babynahrung Aptamil zurückgerufen. Am selben Tag wurden in Österreich vier Chargen von Aptamil zurückgerufen. Der neue Rückruf vom Donnerstag betrifft mehr als 120 Produktionschargen von Aptamil und Milumil mit verschiedenen Verpackungsgrößen und Mindesthaltbarkeitsdaten.

Es besteht der Verdacht, dass eine in China hergestellte Substanz, die die für Säuglinge wichtige Arachidonsäure enthält, für die Verunreinigung verantwortlich sein könnte. Cereulid ist ein Giftstoff bakteriellen Ursprungs, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann.

Auch Nestlé und Lactalis riefen Babynahrung zurück

Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa schlug diesen Montag einen Richtwert für Cereulid vor. Eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsnahrung oder mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgenahrung "könnten zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen", teilte die Behörde mit Sitz in Rom mit. Die Wissenschaftler schlugen für Säuglinge eine zulässige Tageshöchstdosis von 0,014 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Körpergewicht vor.

Seit Jahresbeginn riefen neben Danone auch die Hersteller Nestlé und Lactalis Babymilch in etlichen Ländern wegen der möglichen Verunreinigung mit Cereulid zurück. Inzwischen ermittelt die französische Justiz, ob es einen ‍möglichen Zusammenhang zwischen dem Tod zweier Säuglinge und zurückgerufenen Produkten von Nestlé gibt.