Zahl der Klinikaufenthalte wegen Alkoholkonsums deutlich gesunken
Die Zahl der Menschen, die wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus müssen, geht weiter zurück. Aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass im Jahr 2024 rund 283.500 Menschen deshalb stationär behandelt wurden. Das sind 28,9 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. 2014 wurden rund 398.500 Menschen aufgrund einer ausschließlich durch Alkohol bedingten Diagnose behandelt. Damit erreichten die Fallzahlen 2024 den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre.
Am stärksten sank die Zahl der alkoholbedingten Krankenhausbehandlungen bei jungen Menschen. Während 2014 noch rund 24.300 von ihnen wegen Alkoholkonsums behandelt wurden, waren es 2024 nur rund 10.100 – ein Rückgang von 58,5 Prozent im Zehnjahresvergleich. Die Zahl akuter Alkoholvergiftungen sank sogar um 60,8 Prozent von 22.400 auf 8.800.
Insgesamt sank die Zahl der Krankenhausaufenthalte in fast allen Altersgruppen. Bei den 60- bis 79-Jährigen war ein Rückgang um 1,4 Prozent zu beobachten, bei den 40- bis 59-Jährigen sogar um 35,2 Prozent. Die Zahl der Behandlungen bei den über 80-Jährigen nahm hingegen um 22,4 Prozent auf rund 3.300 Fälle zu.
Männer starben häufiger an Alkoholmissbrauch
Auch bei den Geschlechtern zeigt sich ein deutlicher Unterschied: 2024 wurden 73,3 Prozent der alkoholbedingten Behandlungen bei Männern durchgeführt. 14.400 Menschen starben 2024 an einer direkt auf Alkoholkonsum zurückzuführenden Erkrankung, ebenfalls überwiegend Männer (74,1 Prozent). Rund die Hälfte (50,9 Prozent) dieser Todesfälle betraf Menschen zwischen 55 und 69 Jahren, nur 0,5 Prozent waren jünger als 30 Jahre.
Obwohl die Zahl der Krankenhausaufenthalte sank, stieg die Zahl der Todesfälle im Vergleich zu 2014 um 2,1 Prozent. Dieser Anstieg ist den Angaben zufolge jedoch demografisch bedingt. Bereinigt um demografische Effekte zeigt sich auch hier ein Rückgang: Die altersstandardisierte Zahl alkoholbedingter Sterbefälle je 100.000 Einwohner sank von 17,8 auf 17,2 Fälle, ein Minus von 3,4 Prozent.
Die häufigste Ursache für eine Behandlung im Krankenhaus war mit 42,5 Prozent Alkoholabhängigkeit. 21,1 Prozent der Patientinnen und Patienten wurden wegen eines akuten Rauschs stationär aufgenommen, 14,7 Prozent wegen Entzugssyndromen. 13,0 Prozent hatten alkoholbedingte Erkrankungen des Verdauungssystems, etwa Leberschäden, und 5,2 Prozent litten an Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.