Krankschreibungen bei Bundesbehörden überdurchschnittlich hoch
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der wichtigsten Bundesbehörden in Deutschland melden sich überdurchschnittlich häufig krank. Sie kamen im Jahr 2024 auf 15,2 Krankheitstage pro Mitarbeiter, wie aus einer Übersicht des Bundesinnenministeriums hervorgeht. Bundesweit lag der Durchschnitt der Krankentage bei Arbeitnehmern 2024 bei 14,8 Tagen.
Im Bundesrat als Vertretung der Länder gab es demnach mit 25,2 Krankheitstagen die meisten Fehltage. Darauf folgte der Bundestag mit 22,3 Tagen und das Bundesfamilienministerium mit 21,5 Tagen. Besonders wenige Krankheitstage meldete das Bundesumweltministerium (7,4 Tage).
Regelungen zur telefonischen Krankschreibung werden geprüft
Im Januar hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand unter Beschäftigten in Deutschland kritisiert. Der Kanzler führte das unter anderem auf die Möglichkeit zurück, sich telefonisch krankschreiben zu lassen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte daraufhin an, die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung zu überprüfen. Die niedrigschwellige Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung könne missbräuchlich ausgenutzt werden, sagte sie. Im internationalen Vergleich sei der Krankenstand in Deutschland hoch. Spitzenreiter ist Norwegen, die niedrigsten Werte verzeichnen Griechenland, Malta und Bulgarien.
Union und Arbeitgeberverbände fordern seit Längerem, das telefonische Krankschreiben abzuschaffen. Im Koalitionsvertrag mit der SPD sind jedoch nur Korrekturen festgehalten. Der Hausärzteverband warnt vor einer Abschaffung. Bisherige Auswertungen würden nicht auf einen Missbrauch hindeuten, die Regelung sei ein bewährtes Instrument zum Bürokratieabbau. Auch Politiker der Linken, Grünen und SPD sprachen sich dagegen aus.