Gesundheitsausgaben haben sich in den letzten 30 Jahren verdreifacht

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren erheblich erhöht. Im Jahr 2024 lagen sie bei 538,2 Milliarden Euro oder 6.444 Euro pro Kopf, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zu 2023 bedeutete dies eine Steigerung um 7,6 Prozent oder 37,9 Milliarden Euro. Die Gesundheitsausgaben hatten damit einen Anteil von 12,4 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt – 2023 waren es noch 11,8 Prozent gewesen.

In den vergangenen 30 Jahren haben sich die Gesundheitsausgaben den Statistikern zufolge verdoppelt. So hatten sie 1994 noch 175,3 Milliarden Euro betragen, also 2.162 Euro pro Kopf. Auch der Anteil am Bruttoinlandsprodukt lag vor 30 Jahren mit 9,5 Prozent deutlich niedriger.

Pflegekosten am stärksten gestiegen

Den stärksten Anstieg verzeichneten die Ausgaben für die Pflegeversicherung, die sich von 2023 auf 2024 um 11,3 Prozent oder 6,5 Milliarden Euro auf 64,7 Milliarden Euro erhöhten. Dieser Anstieg sei unter anderem mit weiter steigenden Kosten im Zusammenhang mit Pflegegeld und Pflegesachleistungen zu erklären. Grund seien unter anderem höhere Personalkosten. Der Anteil der Pflegeversicherung an den Gesundheitsausgaben insgesamt lag bei zwölf Prozent.

Deutlich teurer waren auch Arzneimittel. Grund war unter anderem das Auslaufen des für 2023 einmalig angehobenen Herstellerrabatts für erstattungsfähige Arzneimittel, wie das Bundesamt mitteilte.

Gesetzliche und private Krankenkassen

Die gesetzliche Krankenversicherung machte mit einem Ausgabenanteil von 55,9 Prozent den größten Teil der Gesundheitskosten aus. Hierin flossen 2024 insgesamt 300,8 Milliarden Euro – das sind 7,8 Prozent oder 21,7 Milliarden Euro mehr als 2023.

Die Ausgaben der privaten Krankenversicherung stiegen noch etwas deutlicher als die der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie erhöhte sich um 9,7 Prozent oder 3,9 Milliarden Euro auf 44,8 Milliarden Euro.

Fast die Hälfte der Summe für Apotheken und Praxen

Insgesamt 259,4 Milliarden Euro, also fast die Hälfte der Gesamtkosten, flossen 2024 an ambulante Einrichtungen wie Apotheken oder Arztpraxen. In Krankenhäuser, stationäre oder teilstationäre Pflege sowie in Reha-Einrichtungen flossen 197,7 Milliarden Euro – ein Anteil von 36,7 Prozent an den Gesamtausgaben.

Weniger Geld im Gesundheitsbereich wurde 2024 lediglich für den Gesundheitsschutz ausgegeben. In diese Einrichtungen – darunter fallen das Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit. 2024 flossen dorthin nur noch 5,9 Milliarden Euro und damit 1,3 Milliarden Euro weniger als 2023.

Der Rückgang lässt sich mit den deutlich gesunkenen Ausgaben im Vergleich zur Zeit der Coronapandemie erklären. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 lagen die Ausgaben für den Gesundheitsschutz weiterhin erheblich höher. Von 2019 bis 2024 stiegen sie um 61,5 Prozent oder 2,2 Milliarden Euro.