Neuer Job nach „Klar“-Wirbel – Julia Ruhs schreibt Kolumne für „Bild“
Die Journalistin Julia Ruhs wird neue Kolumnistin bei der „Bild“-Zeitung. „Ich schreibe meine Kolumne ab jetzt bei ‚Bild‘“, teilte Ruhs mit. Der Axel-Springer-Verlag, zu dem auch WELT gehört, bestätigte die Personalie. „Sie ist klar, erklärt liberal-konservativ und meinungsstark: Die Journalistin Julia Ruhs gehört zu den pointiertesten jungen journalistischen Stimmen Deutschlands“, heißt es aus dem Verlag. Ihre neue Kolumne mit dem Titel „Meine Meinung“ soll mindestens zweimal im Monat auf „Bild.de“ erscheinen.
Auch „Bild“-Chefredakteurin Marion Horn äußerte sich: „Mit Julia Ruhs gewinnen wir eine analytisch scharfe Journalistin, die einen mutigen und unverstellten Blick auf gesellschaftliche Lage hat.“ Sie freue sich „auf die Impulse, die sie mit ihrer neuen Kolumne für Bild in die politische Meinungsbildung einbringen wird“. Die studierte Journalistin und Politikwissenschaftlerin arbeitete für verschiedene große Medienhäuser. Zuletzt hatte sie eine Kolumne bei „Focus Online“, die alle zwei Wochen erschien.
Ruhs war zuletzt durch den Wirbel um das politische Reportageformat „Klar“ in den Fokus geraten. NDR und Bayerischer Rundfunk, die das Format gemeinsam produzierten, hatten nach drei Pilotfolgen mitgeteilt, dass „Klar“ fortgeführt werde, Ruhs jedoch künftig nur noch bei den vom BR verantworteten Ausgaben als Moderatorin eingesetzt werde. Eine Kündigung erfolgte nicht; es handelte sich um das Ende ihres Engagements beim NDR-Teil des Formats. Für den Bayerischen Rundfunk bleibt Ruhs weiter tätig.
Nach der Entscheidung erhob Ruhs öffentlich Vorwürfe gegen den NDR. „Ich glaube, für den NDR bin ich zu rechts“, sagte sie im Podcast Table Today. Den BR verteidigte sie ausdrücklich: „Die stehen hinter mir.“ Weiter erklärte Ruhs: „Offenbar hält der NDR weniger Meinungsvielfalt aus als der BR.“ Sie selbst verorte sich „Mitte-rechts“ und betonte: „Mit der FDP und mit der Union kann ich gut leben. Ich habe mich auch immer klar von der AfD distanziert.“ Mitte 2025 hatte sie das Buch „Links-grüne Meinungsmacht – die Spaltung unseres Landes“ veröffentlicht.
Der NDR nannte keine konkreten Gründe für das Ende der Zusammenarbeit. Mitarbeiter des Senders hatten das Format unter anderem wegen „mangelnder Ausgewogenheit“, „Überfrachtung mit Einzelthemen“ und „zu starker Emotionalisierung“ kritisiert. Der Sender erklärte zugleich, „Klar“ solle auch künftig Streitfragen aufgreifen, „die in der Mitte der Gesellschaft kontrovers diskutiert werden“.