RTL streicht rund 230 Jobs in der Nachrichtensparte

Die Mediengruppe RTL Deutschland will rund 230 Stellen im Unternehmensbereich RTL News abbauen. Das teilte der Sender in Köln mit. Die übrigen 370 Stellen verteilten sich über das gesamte Unternehmen, wie eine RTL-Sprecherin der Nachrichtenagentur epd sagte. RTL hatte bereits Anfang Dezember angekündigt, 600 Stellen zu streichen. 

Der zu RTL Deutschland gehörende Nachrichtensender n-tv sowie die Printmagazine Stern, GEO und Capital seien nicht direkt vom Abbau betroffen, hieß es. Die Stellenkürzungen erfolgen demnach "in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat" sowie "im konstruktiven und engen Dialog mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen". 

Betriebsbedingte Kündigungen wolle man vermeiden, hieß es. "Dass Menschen, die mit großem Engagement zum Erfolg von RTL News beigetragen haben, ihren Arbeitsplatz verlieren, bedauern wir zutiefst", sagte Inga Leschek, CCO von RTL Deutschland. Martin Gradl, Geschäftsführer von RTL News und n-tv, sprach von einer schmerzhaften Entscheidung. Man werde den Prozess "verantwortungsvoll, fair und so transparent wie möglich" gestalten.

"In einem herausfordernden Marktumfeld und angesichts eines sich rasant wandelnden Mediennutzungsverhaltens richtet RTL News seine Marken, Inhalte und Prozesse konsequent neu aus", teilte der Sender weiter mit. Ziel sei es, journalistische Qualität weiter zu stärken, redaktionelle Kräfte durch Digitalisierung und KI effektiver zu nutzen und die publizistische Schlagkraft in einer digitalen Welt zukunftsfähig auszubauen.

Änderungen im Fernsehprogramm

Die Themen "VIP- und People" sollen künftig unter der Marke Exklusiv gebündelt werden, hieß es weiter. Das Programm werde ab dem 17. Januar täglich laufen. Eingestellt würden dagegen die Magazine Gala bei RTL und Prominent bei Vox sowie das Shortformat #VoxStimme.

Daneben sollen RTL und n-tv ab dem Frühjahr von Montag bis Freitag zwischen 6 und 9 Uhr ein neues gemeinsames Morgenprogramm senden. In diesem Zuge würden die Sendungen Punkt 6, Punkt 7 und Punkt 8 bei RTL im neuen Morgen mit n-tv aufgehen. 

RTL hatte den Stellenabbau Anfang Dezember angekündigt und mitgeteilt, sich künftig mehr auf das Streaminggeschäft zu konzentrieren und seine Organisation dahin gehend umzubauen. Ziel sei es, sich "zukunftssicher aufzustellen und auf den Wettbewerb mit den großen US-amerikanischen Streamingdiensten auszurichten", hieß es damals.