"Sentimental Value" gewinnt Preis als bester europäischer Film

Das Familiendrama Sentimental Value hat beim 38. Europäischen Filmpreis gleich sechs Auszeichnungen gewonnen, darunter den Preis als bester europäischer Film. Der norwegische Filmemacher Joachim Trier erzählt in der Tragikomödie von der komplizierten Beziehung eines Regisseurs zu seinen beiden Töchtern. 

Die Hauptdarsteller – der Schwede Stellan Skarsgård und die Norwegerin Renate Reinsve – gewannen beide einen Preis als beste Schauspieler. Regisseur Trier wurde selbst auch für die beste Regie ausgezeichnet.

Die polnische Pianistin Hania Rani erhielt für ihre Filmmusik zu Sentimental Value den Preis als beste europäische Komponistin. Einen weiteren Preis erhielten Eskil Vogt und Joachim Trier für ihr gemeinsames Drehbuch.

Sentimental Value  ist eine norwegisch-französisch-dänisch-deutsch-schwedische Koproduktion. Auf deutscher Seite war das Produktionstrio Maren Ade, Janine Jackowski und Jonas Dornbach von Komplizen Film beteiligt. 2016 hatte bereits ihre Komödie Toni Erdmann den Europäischen Filmpreis und zahlreiche weitere Auszeichnungen gewonnen.

Roadmovie "Sirât" erhielt fünf Preise

Fünf Auszeichnungen gingen an das Roadmovie Sirât des französischen Regisseurs Óliver Laxe, darin machen sich ein Vater und sein Sohn in der Wüste auf die Suche nach der verschwundenen Tochter.

Der deutsche Beitrag für die Oscars – In die Sonne schauen von Regisseurin Mascha Schilinski – gewann eine Auszeichnung für das beste Kostümbild, ging aber sonst trotz etlicher Nominierungen leer aus.

Iranischer Regisseur verweist auf Lage in seinem Land

Die Eröffnungsrede hielt der iranische Regisseur Jafar Panahi (Ein einfacher Unfall), der auf die Lage in seinem Heimatland hinwies. Die Regierung im Iran war zuletzt mit aller Härte gegen Demonstranten vorgegangen.

"Wenn die Welt heute nicht auf diese eklatante Gewalt reagiert, dann ist nicht nur der Iran, sondern die ganze Welt in Gefahr", sagte Panahi. Auch auf dem roten Teppich zeigten sich mehrere Filmschaffende solidarisch mit den Menschen im Iran.

Der Europäische Filmpreis, der abwechselnd in Berlin und einer anderen Stadt vergeben wird, wurde zum 38. Mal verliehen. Die rund 5.400 Mitglieder der Europäischen Filmakademie konnten – ähnlich wie bei den Oscars in den USA – über viele Preisträgerinnen und Preisträger abstimmen.

Weitere Preise für Dokumentarfilm und Lebenswerk

Als bester Dokumentarfilm wurde Fiume o morte! ausgezeichnet. Die Auszeichnung für das Lebenswerk ging an die norwegische Schauspielerin und Regisseurin Liv Ullmann (Szenen einer Ehe).

Ausgezeichnet wurden auch Maren Ade, Janine Jackowski und Jonas Dornbach von der Berliner Produktionsfirma Komplizen Film. Die italienische Regisseurin Alice Rohrwacher (Glücklich wie Lazzaro) wurde für ihre Verdienste um den weltweiten Einfluss des europäischen Kinos geehrt.