Direktorin des Louvre tritt nach Diebstahl zurück

Nach dem spektakulären Einbruch im französischen Louvre-Museum und weiteren Missständen hat die Direktorin Laurence des Cars ihren Rücktritt eingereicht. Wie der Élysée-Palast mitteilte, nahm Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ihr Gesuch an. "Das größte Museum der Welt braucht nun Ruhe und neue, starke Impulse, um wichtige Sicherheits- und Modernisierungsprojekte durchzuführen", hieß es in einer Erklärung.

Der Rücktritt der Direktorin erfolgte knapp eine Woche nach Vorlage des Berichts einer parlamentarischen Untersuchungskommission zum Diebstahl der wertvollen Juwelen im vergangenen Oktober. Die Kommission machte die Museumsleitung für den Vorfall mitverantwortlich. "Es gibt eine Liste von Versäumnissen, die in anderen Ländern und Einrichtungen längst zu Rücktritten geführt hätten", sagte Kommissionschef Alexandre Portier offenbar mit Blick auf Cars. Die in der Kritik stehende Museumsdirektorin hatte bereits am Tag nach dem Einbruch ihren Rücktritt angeboten, was Kulturministerin Rachida Dati damals aber ablehnte.

Die ehemalige Direktorin des Louvre, Laurence des Cars © Geoffroy van der Hasslet/​AFP/​Getty Images

Seit dem Diebstahl eines Teils der französischen Juwelen geriet das Museum mehrfach in die Schlagzeilen. Seitdem berichteten Medien über Wasserschäden nahe dem Ausstellungssaal der Mona Lisa sowie über Ermittlungen wegen mutmaßlichen Ticketbetrugs. Nach Angaben der Ermittler sollen Reiseleiter und Museumsmitarbeiter Eintrittskarten mehrfach genutzt und Kontrollen umgangen haben.

In den vergangenen Monaten wurde das Museum zudem mehrfach bestreikt. Die Gewerkschaften fordern unter anderem mehr Wachpersonal und das Angehen überfälliger Renovierungsarbeiten. Bei dem spektakulären Diebstahl hatten vier Männer einen Teil der französischen Juwelen im Materialwert von 88 Millionen Euro gestohlen. Die Beute wurde bis heute nicht gefunden.