Russland wieder bei Biennale vertreten – Ukrainische Regierung kritisiert Veranstalter
Vertreter der ukrainischen Regierung haben die Entscheidung kritisiert, Russland erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 wieder an der international bedeutsamen Kunstausstellung Biennale in Venedig teilnehmen zu lassen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha und Kulturministerin Tetjana Bereschna riefen die Veranstalter am Sonntag in einer Erklärung dazu auf, „ihre Entscheidung zu überdenken“.
Die Veranstalter der alle zwei Jahre stattfindenden Kunstmesse hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass sie Russland in diesem Jahr die Beteiligung gestatten würden. Die Biennale sei eine „offene Institution“, hieß es in einer Erklärung. Die Einrichtung – Biennale-Präsident ist aktuell der Italiener Pietrangelo Buttafuoco – weise „jede Form von Ausschluss oder Zensur in Kultur und Kunst“ zurück.
Protest kommt auch aus dem Europaparlament
Die Ankündigung stieß unter anderem bei Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf Kritik. Das Kulturministerium in Rom erklärte, die Entscheidung sei „vollkommen eigenständig von der Biennale-Stiftung getroffen worden, trotz des Widerstands der italienischen Regierung“. Das litauische Außenministerium nannte den Schritt der Biennale „abscheulich“.
Wie der „Standard“ berichtet, haben sich auch 26 Europaabgeordnete aus verschiedenen Fraktionen mit einem offenen Brief an Pietrangelo Buttafuoco gewandt und eine Rücknahme der Entscheidung gefordert. Zu den Unterzeichnern gehört auch die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Pina Picierno.
Die Biennale in Venedig findet seit 1895 statt. In diesem Jahr läuft sie vom 9. Mai bis zum 22. November.