Autor Peter Schneider ist tot

Der Schriftsteller Peter Schneider ist tot. Er sei im Alter von 85 Jahren verstorben, teilte der Verlag Kiepenheuer & Witsch unter Berufung auf Schneiders Familie mit. "Wir verlieren einen loyalen Freund, einen wachen Geist und einen großen Stilisten", heißt es vom Verlag. "Sein Werk wird bleiben." 

Schneider wurde 1940 in Lübeck geboren und wuchs in Freiburg auf. Dort studierte er Germanistik, Geschichte und Philosophie. In der Studentenbewegung der späten 1960er-Jahre galt er als wichtiger Aktivist. So nahm er als Redenschreiber am Wahlkampf des späteren Bundeskanzlers Willy Brandt (SPD) teil und war an Aktionen wie dem Boykott des Springer-Verlags und dem sogenannten Vietnam-Kongress in Berlin beteiligt. 

Unter anderem verfasste er anlässlich eines Besuchs des damaligen persischen Schahs Mohamed Reza Pahlavi in Berlin einen satirischen Fahndungsaufruf gegen den autoritär regierenden Herrscher. Auch Schneiders 1973 erschienene Erzählung Lenz gehört zu den zentralen Werken der Literaturszene der 68er. 

Schneiders 1982 erschienener Roman Mauerspringer gilt als bedeutende Analyse des Lebens im geteilten Berlin. Darüber hinaus verfasste Schneider zahlreiche Aufsätze und galt als hellsichtiger Essayist mit Mut zum Anecken. Zuletzt erschien Ende 2025 sein letzter Roman Die Frau an der Bushaltestelle.