Autor und ehemaliger Bankräuber Ludwig Lugmeier gestorben
Der Schriftsteller und frühere Bankräuber Ludwig Lugmeier ist tot. Lugmeier starb vergangene Woche im Alter von 76 Jahren in Berlin. Der Verbrecher Verlag, für den Lugmeier schrieb, bestätigte dessen Tod.
Schon früh schlug der 1949 in Kochel am See in Bayern geborene Lugmeier einen kriminellen Weg ein. Mit 17 Jahren kam er erstmals in Jugendhaft. Anfang der 1970er-Jahre überfiel er unter anderem einen Supermarkt in München und einen Geldtransporter der Dresdner Bank.
Spektakuläre Flucht aus Gerichtssaal
Lugmeier floh zunächst nach Mexiko, wurde dort gefasst und nach Deutschland ausgeliefert. 1976 kam es schließlich zu seiner legendärsten Flucht: Während einer Gerichtsverhandlung in Frankfurt am Main löste ein Beamter seine Handschellen, Lugmeier eilte zu einem Fenster, das zum Lüften offen stand, und sprang mehrere Meter in die Tiefe.
War er schon zuvor bekannt, brachte ihn diese Flucht endgültig in die Schlagzeilen. Lugmeier tauchte unter und wurde in Abwesenheit zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt. Er floh nach Island. Dort wurde er einige Monate nach seinem Fenstersprung gefasst und nach Deutschland gebracht.
Beginn einer Karriere als Schriftsteller
Anschließend saß Lugmeier zwölf Jahre lang im Gefängnis. In dieser Zeit begann er, Geschichten und Gedichte zu schreiben. Noch bevor er entlassen wurde, erschien 1987 sein Erzählband Schattenränder. Der Gedichtband Flickstellen folgte im Jahr darauf, 1993 dann sein Roman Wo der Hund begraben ist.
Anfang der 2000er-Jahre veröffentlichte Lugmeier seinen autobiografischen Roman Der Mann, der aus dem Fenster sprang. Im Jahr 2017 erschien Die Leben des Käpt'n Bilbo. Zudem veröffentlichte der Schriftsteller Texte in Zeitungen und Zeitschriften. Lugmeier war außerdem ein begeisterter Stummfilmfan. Zuletzt lebte er in Berlin.
"Ludwig Lugmeier war ein ungewöhnlich herzlicher Mensch", schrieb der Verbrecher Verlag auf seiner Website. "Es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten."