ZDF reagiert mit Fünf-Punkte-Programm auf KI-Fehler

Das ZDF plant, mit einem Fünf-Punkte-Programm weitere Fehler mit KI-generierten Bildern und dem Umgang mit Quellen zu verhindern. Dazu zählen unter anderem Schulungsprogramme zu künstlicher Intelligenz und zur Verifikation von Quellen und Informationen sowie verbesserte interne Abläufe, wie ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten in einer Sitzung des Fernsehrats des öffentlich-rechtlichen Senders in Mainz sagte. Auch das interne Frühwarnsystem solle verbessert werden, um Hinweise auf Fehler in Sendungen schneller zu erkennen und ihnen nachgehen zu können.

In einem Beitrag für das heute journal des ZDF wurden Mitte Februar Videosequenzen gezeigt, die mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt und nicht als solche gekennzeichnet waren. Es ging um Einsätze der US-Migrationsbehörde ICE und Abschiebungen von Minderjährigen. Zum anderen wurde eine Szene mit realen Aufnahmen gezeigt, die jedoch aus einem anderen Kontext aus dem Jahr 2022 stammten und nicht von einem aktuellen ICE-Einsatz. Das ZDF entschuldigte sich später für den Fehler.

ZDF-Chefredakteurin fordert bessere Lernkultur

Die Verstöße gegen die Richtlinien und Standards des ZDF hatten dazu geführt, dass die für den Beitrag verantwortliche New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht abberufen worden war. ZDF-Intendant Norbert Himmler verteidigte die Abberufung der Studioleiterin. Dies sei "ein harter, aber meiner Meinung nach an dieser Stelle sehr notwendiger Schritt" gewesen, sagte er vor dem Fernsehrat des Senders. Weiter sagte er, dass die Tragweite des Geschehens nicht schnell genug erkannt worden sei.

Im Fernsehrat wurde teils Kritik an einer "Wagenburgmentalität" des Senders laut. ZDF-Chefredakteurin Schausten sagte, dass es eine Lernkultur brauche, "in der Fehler schnell zugegeben werden und nicht erst noch mal Erklärungen gesucht werden". Auch müsse klar sein, dass die Arbeit an einer Sendung nach der Ausstrahlung nicht beendet sei. "Wir müssen Fehlerhinweise im Netz besser scannen, mögliche Hinweise auf Fehler besser wahrnehmen", sagte sie. Der Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU), sagte, es dürfe nicht der Eindruck entstehen, beim ZDF sei "Qualität nicht so wichtig, wenn die Botschaft stimmt".