Einbrecher stehlen Gemälde von Renoir, Cézanne und Matisse aus Museum
Maskierte Einbrecher haben aus einem Museum in Norditalien Gemälde von Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henri Matisse gestohlen. Vier Täter drangen in das Museum der Stiftung Magnani-Rocca in Traversetolo bei Parma ein, brachen die Eingangstür auf und verschwanden anschließend durch den Museumspark – alles innerhalb von nur wenigen Minuten, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Demnach wurden die Kunstwerke bereits in der Nacht auf den 23. März entwendet.
Der Einbruch sei geplant, strukturiert und organisiert gewesen, teilte ein Museumssprecher dem Fernsehsender SkyTG24 mit. Weil die Alarmanlage losgegangen und sehr schnell Sicherheitsleute sowie die Polizei eingetroffen seien, hätten die Diebe jedoch schon nach kurzer Zeit flüchten müssen. Die Polizei werte Aufnahmen von Überwachungskameras des Museums sowie von umliegenden Wohnhäusern und Geschäften aus, sagte der Sprecher. Der Einbruch wurde eine Woche lang geheim gehalten, und das Museum blieb weiterhin für die Öffentlichkeit geöffnet, wie die italienische Zeitung Il Sole 24 Ore berichtete.
Zu den gestohlenen Werken gehört laut italienischen Medien das Ölgemälde Die Fische des französischen Impressionisten Pierre-Auguste Renoir. Außerdem wurde das Aquarell auf Papier Stillleben mit Kirschen von Cézanne und das Werk Odaliske auf der Terrasse von Matisse entwendet. Laut der Polizei wird ihr Gesamtwert auf rund zehn Millionen US-Dollar geschätzt.
Das 1977 gegründete Museum der Stiftung Magnani-Rocca beherbergt die Sammlung des 1984 gestorbenen Kunsthistorikers Luigi Magnani, darunter Werke von Albrecht Dürer, Van Dyck, Goya und Claude Monet.
600 gestohlene Kunstwerke im Jahr
In Italien ist Kunstraub keine Seltenheit. Wie die italienische Nachrichtenseite Agi.it berichtete, führt Italien die Liste der Länder mit den meisten Kunstdiebstählen an. Studien zufolge werden jährlich etwa 600 wertvolle Kunstwerke gestohlen, also bis zu zwei pro Tag.
Zuletzt sorgte allerdings in einem anderen EU-Land ein Kunstraub für Aufsehen: Im Pariser Louvre drangen im Oktober 2025 vier maskierte Täter ein. Sie parkten einen Lkw mit Hebebühne neben dem Museum und gelangten damit auf einen Balkon im ersten Stock, von wo aus sie durch ein Fenster in die Galerie d'Apollon eindrangen.
Die Täter benötigten nur vier Minuten für ihren Beutezug. Sie erbeuteten acht kostbare Schmuckstücke früherer Königinnen und Kaiserinnen – darunter mit Edelsteinen besetzte Diademe, Halsketten, Ohrringe und Broschen im geschätzten Wert von 88 Millionen Euro. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Von der Beute fehlt bis heute jede Spur.