Uffizien-Galerie verlegt Exponate nach Hackerangriff in Zentralbank

Nachdem die Uffizien in Florenz Anfang des Jahres von einem Cyberangriff getroffen wurden, hat das berühmte Kunstmuseum zahlreiche Ausstellungsstücke in die Zentralbank überführt. Hacker hätten bei einem Angriff Ende Januar oder Anfang Februar auf die Server der ⁠Uffizien, des Palazzo Pitti und des Boboli-Gartens ​zugegriffen, berichtete die italienische Zeitung Corriere della Sera. Sie ‌sollen Daten ⁠gestohlen ​und eine Lösegeldforderung an das Privathandy des Direktors Simone Verde geschickt haben.

Den Angreifern sollen zudem Zugangscodes, Passwörter, Pläne von Alarmanlagen ‌und interne Karten in die ‌Hände gefallen sein. Als Vorsichtsmaßnahme wurden die ​wertvollsten Stücke aus der Schatzkammer der Großherzöge im Palazzo Pitti laut dem Bericht in die Zentralbank gebracht. Auf der offiziellen Website der Uffizien heißt es, die Schatzkammer sei wegen "außerordentlicher Wartungsarbeiten" seit dem 3. Februar ⁠bis auf Weiteres ​geschlossen. Das Museum ließ zudem Türen und Notausgänge zumauern.

Museen nach Louvre-Diebstahl in Sorge

Mit mehr als fünf Millionen Besuchern jährlich gelten die Uffizien als eines der bekanntesten Museen der Welt. Einige weltberühmte Kunstwerke Italiens werden dort ausgestellt, darunter Die Geburt der Venus von Botticelli. Sie erwirtschaften Einnahmen von rund ⁠60 Millionen Euro im Jahr.

Inzwischen ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei. Auch die italienische Behörde für Cybersicherheit ist eingeschaltet. Ein Sprecher der Uffizien, das italienische Kulturministerium sowie die Polizei äußerten sich zunächst nicht zu dem Bericht. Auch von Museumsdirektor Verde, der das Museum seit dem Abgang seines deutschen Vorgängers Eike Schmidt im Jahr 2024 leitet, gab es bislang keinen Kommentar.

In vielen Museen ist die Sorge vor Einbrüchen seit einiger Zeit größer geworden. Im vergangenen Jahr hatten Diebe französische Kronjuwelen im Wert von etwa 88 Millionen Euro aus dem Pariser Louvre gestohlen. Erst im März wurden zudem drei Gemälde der französischen Künstler Renoir, Cézanne und Matisse aus ​einem Museum in Norditalien entwendet.