US-Medienaufsichtsbehörde ordnet Überprüfung von ABC-Sendelizenzen an

Nach der Kritik von US-Präsident Donald Trump an ABC-Moderator Jimmy Kimmel hat die Medienaufsichtsbehörde FCC eine vorzeitige Überprüfung der Lizenzen des Senders ABC angeordnet. Die US-Medienaufsicht forderte Disney, dem der Sender gehört, auf, für acht ABC-Sender neue Anträge zur Verlängerung ihrer Sendelizenzen einzureichen. Es handelt sich um mehrere ABC-Lokalsender unter anderem in New York und San Francisco. 

Die Lizenzen hätten eigentlich erst 2028 und 2031 erneuert werden müssen. Die Überprüfungen können dazu führen, dass die FCC dem Sender entsprechende Lizenzen entzieht. Das hat sie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr gemacht.

Disney zeigte sich in einer Reaktion unter anderem beim Sender CNBC überzeugt, dass man sich an alle Regeln halte und sich für neue Lizenzen qualifizieren werde, notfalls auch über »rechtliche Kanäle«.

Trump sieht in dem Witz einen Aufruf zu Gewalt

Dieser Schritt erfolgt unmittelbar nach der Forderung von Trump, den ABC-Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel zu entlassen. Kimmel hatte der Frau des Präsidenten in seiner Show Jimmy Kimmel Live! am vergangenen Donnerstag das Strahlen einer »werdenden Witwe« bescheinigt. Nach der Ausstrahlung der Sendung kritisierte Trump den Comedian und sprach von einem »verabscheuungswürdigen Aufruf zur Gewalt«. Er forderte, dass Kimmel sofort von Disney und ABC gefeuert werden müsse.

Trotz der Kritik des Präsidenten an Kimmels Witz blieb dieser am Montag auf Sendung. In seiner Sendung wies er die Kritik von sich. Ihm zufolge ging es ihm bei dem Witz um den Altersunterschied zwischen dem US-Präsidenten und seiner Ehefrau. Bei der umstrittenen Bemerkung über Melania Trump handele es sich um »einen sehr milden Spott über die Tatsache, dass er fast 80 Jahre alt ist – und sie jünger als ich«, sagte Kimmel. »Wie man es auch verstehen möchte, es war auf keinen Fall ein Aufruf zu einer Ermordung, und das wissen sie«, fügte er hinzu. Trump wird im Juni 80 Jahre alt, seine Frau Melania ist 56.

ABC hatte den Moderator, der Trump nahezu täglich kritisiert, im September nach einer Äußerung über den getöteten rechten Aktivisten Charlie Kirk für mehrere Tage vom Sender genommen. Kimmel hatte damals gesagt, Mitglieder von Trumps Maga-Bewegung (Make America Great Again) versuchten, so zu tun, als gehöre der mutmaßliche Attentäter nicht zu ihnen. Es war nicht die korrekte Beschreibung der politischen Ansichten des Festgenommenen. Kimmel entschuldigte sich später.

»Das ist beispiellos, rechtswidrig und führt zu nichts«

Unabhängig von diesem Konflikt hatte Trump zuletzt die FCC wiederholt unter Druck gesetzt, die Lizenzen der NBC- und ABC-Sender zu überprüfen und wenn möglich zu entziehen. Er begründet das mit dem von ihm als anstößig empfundenen Programm, das die Sender zeigen.

Die demokratische FCC-Kommissarin Anna Gomez ordnete die Überprüfungen währenddessen als rechtswidrig ein. »Das ist beispiellos, rechtswidrig und führt zu nichts. Dieser politische Schachzug wird nicht funktionieren«, sagte Gomez. Weiter forderte sie Unternehmen dazu auf, sich entschieden dagegen zu stellen.