„Das Friedensabkommen ist zu 90 Prozent fertig“, sagt Selenskyj in seiner Neujahrsansprache

Russland wirft der Ukraine vor, eine Residenz Putins angegriffen zu haben. Diese Vorwürfe weist Kiew zurück – und spricht von einer Lüge. US-Präsident Trump sagt, er sei von Putin informiert worden. Der Kreml teilt mit, seine Position bei den Verhandlungen über einen Frieden in der Ukraine zu überdenken.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die Sicherheitspolitik in Europa im Liveticker:

00:22 Uhr – Putin als Hürde: Trump teilt russlandkritischen Artikel

Donald Trump hat überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social geteilt. Das Boulevardblatt „New York Post“ stellt in dem Stück Wladimir Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar und geht hart mit ihm ins Gericht. Trump verbreitet regelmäßig Artikel von Medien, die ihm nahestehen. In manchen Fällen kommentiert der Präsident die Texte – diesmal allerdings nicht.

Unter anderem heißt es in dem Beitrag, der Angriff auf Putin sei „mehr als gerechtfertigt“. „Wir brauchen seine Krokodilstränen nicht, stattdessen sollte der Druck erhöht werden“. Es wird dafür plädiert, dass Russland keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden sollten, sondern ein härteres Vorgehen nötig sei. Kiew habe seinen Teil beigetragen - nun liege es an Putin, zu handeln.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

23:27 Uhr – „Das Friedensabkommen ist zu 90 Prozent fertig“, sagt Selenskyj in seiner Neujahrsansprache

„Das Friedensabkommen ist zu 90 Prozent fertig. Zehn Prozent bleiben“, sagte Wolodymyr Selenskyj in seiner Neujahrsansprache. Diese restliche Verhandlungsmasse seien „die zehn Prozent, die das Schicksal des Friedens, das Schicksal der Ukraine und Europas bestimmen werden“, fügte er hinzu. Die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hatten sich zuletzt wieder intensiviert.

19:51 Uhr – Trumps Sondergesandter Witkoff telefoniert mit Merz‘ Berater Sautter

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat nach eigenen Angaben mit dem außenpolitischen Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Günter Sautter, sowie den entsprechenden Beratern der Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, Großbritannien und der Ukraine telefoniert. An dem Gespräch nahmen auch US-Außenminister Marco Rubio und Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater von Donald Trump, teil.

Dabei sei es unter anderem um eine Stärkung von Sicherheitsgarantien und die Entwicklung „effektiver Deeskalationsmechanismen“ gegangen, schrieb Witkoff auf X. Das Telefonat bezeichnete er als „produktiv“. Viele weitere Details wurden besprochen, und wir werden diese wichtige Arbeit und die Koordination im neuen Jahr fortsetzen“, schrieb Witkoff.

18:55 Uhr – Finnland beschlagnahmt Frachtschiff aus St. Petersburg

Finnlands Polizei hat ein Frachtschiff beschlagnahmt, das im Verdacht steht, für die Beschädigung eines Unterseekabels im Finnischen Meerbusen verantwortlich zu sein. Nach Angaben der finnischen Küstenwache handelt es sich um den Frachter "Fitburg". Das 132 Meter lange Schiff fährt unter der Flagge des Karibikstaats Sankt Vincent und den Grenadinen und war demnach auf dem Weg vom russischen St. Petersburg nach Haifa in Israel. Das Kabel zwischen Helsinki und Tallinn war am frühen Morgen beschädigt worden.

17:20 Uhr – Selenskyj teilt Glauben an Frieden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner Neujahrsbotschaft den Glauben an den Frieden hervorgehoben. Das auslaufende Jahr sei geprägt gewesen „von der Treue und Standhaftigkeit, den Prinzipien und der täglichen Arbeit der Ukrainer“, teilte er auf Facebook und X mit. „Dieses Jahr wurde möglich dank unserer Verteidiger – denen, die es nicht nur für die Ukraine, sondern für alle verteidigt haben, die Freiheit und Würde schätzen.“

16:01 Uhr – Ukraine greift russisches Treibstofflager an

Ukrainische Drohnen haben nach offizieller Darstellung aus Kiew ein Treibstofflager in der Region Jaroslawl nordöstlich von Moskau getroffen und in Brand gesetzt. Das teilte der ukrainische Geheimdienst SBU der Agentur Ukrinform mit. Das Terminal „Temp“ in der Stadt Rybinsk gehöre zu den strategischen Reserven Russlands. „Der SBU unterbricht mit chirurgischer Präzision weiterhin die Lieferketten russischer Erdölprodukte sowohl ins Ausland als auch an die Truppen, die die Ukraine angreifen“, wurde ein namentlich nicht genannter Geheimdienstmitarbeiter zitiert.

Die Agentur veröffentlichte dazu ein Video, auf dem ein Großbrand hinter verschneiten Häusern zu sehen ist. Die genaue Örtlichkeit dazu war nicht zu erkennen. Von russischer Seite gab es zu dem ukrainischen Bericht keine Angaben. Jaroslawl liegt etwa 280 Kilometer nordöstlich von Moskau und ist mehr als 800 Kilometer von der Ukraine entfernt.

15:02 Uhr – Putin in Neujahrsbotschaft: Glauben an den Sieg

Wladimir Putin hat sich in seiner Neujahrsbotschaft auch nach fast vier Jahren seines Angriffskrieges gegen die Ukraine siegessicher gezeigt. „Ich gratuliere unseren Kämpfern und Kommandeuren zum beginnenden Neuen Jahr! Wir glauben an sie und an unseren Sieg“, sagte Putin laut dem von Staatsmedien veröffentlichten Text der aufgezeichneten Videoansprache.

Die Soldaten, denen die Ukraine Kriegsverbrechen vorwirft, bezeichnete Putin erneut als „Helden“. „Millionen Menschen in ganz Russland – das versichere ich ihnen! – sind in dieser Silvesternacht bei ihnen. Sie denken an sie, fühlen mit ihnen, hoffen auf sie. Wir sind vereint in unserer aufrichtigen, selbstlosen und treuen Liebe zu Russland“, sagte Putin. Von den Verhandlungen mit den USA über eine Beendigung des Krieges oder der Hoffnung auch vieler Russen auf Frieden war aber keine Rede in der Botschaft. Das Land werde seine gesetzten Ziele erreichen, „für unser großes Russland!“, sagte Putin.

11:37 Uhr – Russlands mutmaßliches Beweisvideo

Russland hat nach dem angeblichen Angriff Kiews auf eine Residenz Wladimir Putins erstmals mögliche Beweise präsentiert, darunter Reste einer mutmaßlich ukrainischen Drohne. „Der Terroranschlag des Kiewer Regimes war zielgerichtet, sorgfältig geplant und erfolgte in mehreren Stufen“, sagte der Chef der Luftabwehrraketentruppen der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte, Alexander Romanenkow, in Moskau.

In einem vom Verteidigungsministerium veröffentlichten Video listete der Generalmajor unter anderem Orte, genaue Uhrzeiten und Flugrouten einzelner Drohnen in der Nacht auf den 29. Dezember auf. Das Ministerium veröffentlichte zudem ein Video, auf dem ein Uniformierter in einem Wald und Fragmente einer angeblich ukrainischen Drohne zu sehen sind.

Es gebe einen großen, sechs Kilogramm schweren Sprengsatz an der Drohne „Tschaklun-B“. „Es ist ein seltener Fall, dass wir einen nicht detonierten Kampfsatz haben“, sagt der Mann mit dem verdeckten Gesicht in dem Video. Auf einem anderen, ebenfalls nicht überprüfbaren Video erzählt ein Mann – angeblich ein Augenzeuge – von Explosionsgeräuschen beim Abschuss der Drohnen.

10:14 Uhr – Kinder und Baby bei Angriff verletzt

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen verletzt worden, darunter ein Baby und zwei Kinder. Wohngebäude sowie „logistische und Energie-Infrastruktur“ seien beschossen worden, erklärte die Militärverwaltung der Region auf Telegram. Unter den Opfern waren laut Militärverwaltungschef Serhij Lysak ein sieben Monate alter Säugling und zwei Kinder im Alter von acht und 14 Jahren. In Teilen der Stadt fiel die Versorgung mit Fernwärme und Trinkwasser aus.

07:20 Uhr: Europäer könnten 10.000 bis 15.000 Soldaten für Ukraine -Sicherung stellen

Mehrere europäische Staaten haben laut einem WELT-Bericht Pläne für die Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine ausgearbeitet. In den ersten sechs Monaten könnten „10.000 bis 15.000“ Soldaten aus europäischen Staaten entsandt werden. Die Pläne seien „im Wesentlichen von Militärexperten der britischen und französischen Streitkräfte in Zusammenarbeit mit Brüssel“ erstellt worden, hieß es weiter aus Diplomatenkreisen in Brüssel.

Dem Bericht zufolge sind Frankreich und Großbritannien offenbar bereit, sogenannte robuste Sicherheitsgarantien abzugeben. Damit wären sie den Angaben zufolge im Notfall auch befähigt, mit Bodentruppen für die Einhaltung des Friedens zu kämpfen. Die beiden Staaten seien bereit, sich auch ohne ein Mandat der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union an der Überwachung eines Waffenstillstands zu beteiligen.

03:07 Uhr – Ukraine greift Ölraffinerie an

Die Ukraine greift Medienberichten zufolge Öl-Anlagen in Russland an. In der südrussischen Region Krasnodar sei in der Ölraffinerie im Hafen Tuapse am Schwarzen Meer ein Brand ausgebrochen, berichtete das Portal „Kyiv Independent“. Über das Ausmaß der Schäden gibt es keine Informationen.

02:00 Uhr – EU plant 20. Sanktionspaket – Bodentruppen im Gespräch

Die EU-Staaten planen zum 4. Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar 2026 die Verabschiedung eines 20. Sanktionspakets gegen Russland. Das erfuhr WELT aus informierten EU-Kreisen. Geplant sind Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Vermögenswerten in der EU von weiteren Einzelpersonen und Organisationen, wobei insbesondere Personen, die für die Verschleppung und ideologische Umerziehung von Kindern verantwortlich sind, in den Blick genommen werden sollen.

Auch weitere Sanktionen im Energiebereich und Bankensektor sind nach Angaben von Diplomaten vorgesehen. Außerdem sollen Schlupflöcher zur Umgehung der bisherigen Sanktionen geschlossen werden. Überlegt wird in Brüssel auch, den Import von russischem Uran zu verbieten und damit die Föderale Agentur für Atomenergie Russlands (Rosatom) zu sanktionieren. Dagegen gibt es nach Angaben der Diplomaten bisher aber Widerstand aus Ländern wie Frankreich und Belgien.

Wie WELT aus Brüsseler Diplomatenkreisen weiter erfuhr, sind mehrere europäische Staaten bereit, sich im Rahmen einer Koalition der Willigen zur Überwachung eines möglichen Waffenstillstands zwischen Russland und der Ukraine zu beteiligen. Im Rahmen sogenannter robuster Sicherheitsgarantien sind auch Bodentruppen im Gespräch, zu denen Frankreich und Großbritannien bereit sind.

00:00 Uhr – Merz in Neujahrsansprache: „Kein weit entfernter Krieg“

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht Freiheit und Sicherheit durch den Krieg in der Ukraine unmittelbar ⁠bedroht. „Russlands Angriff war und ist Teil eines Plans, der sich gegen ganz Europa richtet“, sagte der CDU-Vorsitzende ‍in seiner vorab verbreiteten Neujahrsansprache. „Täglich wird auch Deutschland von Sabotage, Spionage und Cyberangriffen überzogen.“ Es werde immer deutlicher, dass dies kein weit entfernter Krieg sei.

Russland führe seinen Angriffskrieg mit unverminderter Härte fort. „Die Ukrainerinnen und Ukrainer werden zum vierten Mal in Folge das Neujahr unter widrigsten Umständen ⁠begehen – viele von ihnen ohne Strom, ⁠im Raketenhagel, in Angst um Freunde und Familien“, sagte Merz.

20:33 Uhr – Stromausfall im Moskauer Umland nach Drohnenangriff

Im Umland Moskaus ist nach einem Feuer in einem Umspannwerk die Stromversorgung für mehr als 100.000 Menschen ausgefallen. Einer Mitteilung der Stadtverwaltung von Ramenskoje zufolge ist die Ursache ein Kabelbrand. Allerdings wurde gleichzeitig in der Region ein größerer ukrainischer Drohnenangriff gemeldet. Das russische Militär meldete am Abend den Abschuss von mehr als 100 ukrainischen Drohnen innerhalb von vier Stunden, acht davon im Moskauer Umland. Wegen der Drohnenangriffe stellten auch die Moskauer Flughäfen zeitweise den Betrieb ein.

17:35 Uhr – Selenskyj kündigt weitere Treffen der Verbündeten Kiews an

In den Bemühungen um ein Kriegsende soll es nach Angaben aus Kiew Anfang Januar einen weiteren Gipfel geben. Geplant sei zunächst ein Treffen der nationalen Sicherheitsberater aus der „Koalition der Willigen“ am 3. Januar in der Ukraine, schreibt Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Kurz darauf, am 6. Januar, sei dann ein weiteres Treffen auf der Ebene der Staatschefs geplant. Dieses soll einem X-Post zufolge in Frankreich stattfinden.

„Wir sind dem Team von Präsident Trump für die Bereitschaft dankbar, an beiden Formaten teilzunehmen“, fügt er mit Blick auf US-Präsident Donald Trump hinzu. Als „Koalition der Willigen“ verstehen sich westliche Länder, die der Ukraine helfen.

14:50 Uhr – Russland stationiert atomwaffenfähige Hyperschall-Raketen in Belarus

Russland hat die Stationierung seines atomwaffenfähigen Hyperschall-Raketensystems Oreschnik im verbündeten Belarus bekannt gegeben und die Raketen in den aktiven Dienst ⁠gestellt. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte heute erstmals ein Video, das die mobilen Raketensysteme zeigen soll. Belarus grenzt an die Ukraine und die Nato-Mitglieder Polen, Litauen und Lettland.

Mit dem Schritt will Moskau seine Fähigkeit verbessern, im Kriegsfall Ziele in ganz Europa schneller anzugreifen. Präsident Wladimir Putin zufolge soll es unmöglich sein, die Oreschnik-Raketen abzufangen. ⁠Grund sei deren Tempo, das Berichten ⁠zufolge mehr als das Zehnfache der Schallgeschwindigkeit erreichen könne. Putin zufolge ist die Zerstörungskraft der Oreschnik selbst mit einem konventionellen Sprengkopf mit der einer Atomwaffe vergleichbar.

Einige westliche Experten sehen in der Entwicklung einen Beleg für die ⁠wachsende Abhängigkeit des Kremls von der Androhung eines Atomwaffeneinsatzes. Damit solle die Nato davon abgehalten werden, die Ukraine mit Waffen zu beliefern, die tief in Russland einschlagen können. Westliche ‍Vertreter äußerten sich jedoch skeptisch ⁠über die ‌Fähigkeiten der Oreschnik. Ein US-Beamter sagte ‌im Dezember 2024, die ‌Waffe werde nicht als entscheidend für das Schlachtfeld angesehen. Russland hatte im November 2024 eine ​konventionell bewaffnete Oreschnik gegen ein Ziel in der Ukraine getestet. ‍Raketen ⁠mit mittlerer Reichweite können Ziele in bis zu 5500 Kilometern Entfernung treffen.

12:36 Uhr – Merz: „Jetzt braucht es Ehrlichkeit von allen – auch von Russland“

Bundeskanzler Friedrich Merz fordert von den Beteiligten in den Friedensgesprächen Ehrlichkeit. „Jetzt braucht es Transparenz und Ehrlichkeit von allen – auch von Russland“, schreibt er ⁠auf der Plattform ⁠X. Zusammen mit europäischen und kanadischen Partnern des Berlin-Formats habe man sich heute abgestimmt. „Wir treiben den Friedensprozess voran.“

11:59 Uhr – Kiew: Moskau liefert keine Beweise für angeblichen Beschuss von Putin-Residenz

Die ukrainische Regierung wirft dem Kreml vor, keine Beweise für den angeblichen ukrainischen Drohnenangriff auf eine Residenz von Putin vorzulegen. „Russland hat noch keine plausiblen Belege zur Untermauerung seiner Vorwürfe geliefert, wonach die Ukraine die Residenz Putins angegriffen habe“, erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha in einer Onlinebotschaft. Er bekräftigte, „dass kein Angriff dieser Art stattgefunden hat“.

Der Kreml teilte seinerseits mit, dass er keine Beweise für den angeblichen Angriff auf die Putin-Residenz zu präsentieren beabsichtige. Es brauche keinen Beleg für „solch einen massiven Drohnenangriff“, der dank der guten Koordination im russischen Luftabwehrsystem abgewehrt worden sei, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

10:23 Uhr – Wüste Drohung: Medwedjew will nach Selenskyjs Tod dessen konservierten Leichnam ausstellen

Russlands Ex-Staatschef Dmitri Medwedjew hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem mit Beleidigungen gespickten Text auf Telegram mit dem Tod gedroht. Selenskyj habe in seiner Weihnachtsansprache „einem Menschen“ – mutmaßlich Kremlchef Wladimir Putin – den Tod gewünscht, schrieb Medwedjew auf Russisch in dem Post.

„Allen ist klar, dass er den Tod nicht nur ‚eines Menschen‘ wünscht, sondern unser aller und unseres Landes. Und er wünscht es nicht nur, er hat auch massive Angriffe befohlen“, behauptete der jetzige Vizechef des russischen Sicherheitsrates. „Ich werde hier nicht über seinen gewaltsamen Tod schreiben, obwohl gerade jetzt der Sensenmann dem Schuft oft im Nacken sitzt.“

Medwedjew fügte hinzu, nach Selenskyjs baldigem Tod sollte dessen konservierter Leichnam „zu wissenschaftlichen Zwecken“ in der Kunstkammer in St. Petersburg gezeigt werden. In diesem Raritätenkabinett hatte Zar Peter I. im 18. Jahrhundert naturwissenschaftliche Objekte sammeln lassen, darunter viele Missbildungen.

Selenskyj hatte in seiner Ansprache zu Heiligabend gesagt, wenn jeder Ukrainer für sich einen Wunsch habe, wäre das wohl, „dass er stirbt“. Er nannte keinen Namen, doch im Kontext lässt sich dies nur auf Putin beziehen. Selenskyj fuhr fort: „Aber wenn wir uns an Gott wenden, bitten wir natürlich um mehr. Wir bitten um Frieden für die Ukraine.“

10:04 Uhr – Bericht: Gespräch von Tusk mit europäischen Politikern über Ukraine

Dem Sender TVN24 zufolge will Polens Ministerpräsident Donald ‍Tusk um ‍11 ⁠Uhr (MEZ) mit anderen europäischen Staats- und Regierungschefs ‍über ⁠die ‌Lage ‌in ‌der Ukraine beraten.

06:48 Uhr – Putin-Berater sagt, Trump sei „schockiert“ – Kreml will Verhandlungsposition überdenken

Putins außenpolitischer Berater, Juri Uschakow, erklärt, der Kreml hoffe auf Verständnis der USA dafür, dass Russland nach dem angeblichen Angriff auf Putins Anwesen seine Position bei den Verhandlungen überdenke. Der Kremlchef habe Trump informiert. Trump sei „schockiert“ gewesen von den Schilderungen Putins, behauptete Uschakow.

„Angesichts des von Kiew ausgeübten Staatsterrorismus kann die russische Seite nicht anders handeln“, betonte er mit Blick auf die Erklärung, dass Russland nun seine Position bei den Friedensverhandlungen auf den Prüfstand stelle. „Dies wurde sehr deutlich zum Ausdruck gebracht“, sagte Uschakow. Zugleich habe Putin betont, „dass die russische Seite weiterhin eng und fruchtbar mit den amerikanischen Partnern zusammenarbeiten will, um Wege zum Frieden zu finden“.

06:00 Uhr – Welche Beweise gibt es für einen Angriff auf die Putin-Residenz?

Russland wirft der Ukraine vor, eine Residenz Putins angegriffen zu haben. Laut russischen Medien handelt es sich um die Waldai-Residenz, die im Gebiet Nowgorod zwischen Moskau und St. Petersburg liegt. Dort soll Putin oft seine Wochenenden mit der Familie verbringen. Über Schäden oder Verletzte ist nichts bekannt, Beweise für eine Attacke legte Russland bislang nicht vor. Das russische Verteidigungsministerium teilte lediglich mit, dass die Drohnen über den Gebieten Brjansk, Smolensk und Nowgorod „neutralisiert“ worden seien, genauere Angaben wurde aber nicht gemacht.

Das russische Portal „The Insider“ weist darauf hin, dass weder das Verteidigungsministerium noch der Gouverneur der Region bei ihren Mitteilungen über die Drohnenangriffe die Putin-Residenz erwähnen.

Montag, 29. Dezember:

22:55 Uhr – Lawrow: Westen muss sich mit Realitäten in der Ukraine abfinden

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagt, der Westen müsse verstehen, dass Russland die strategische Initiative in der Ukraine innehabe. Lawrow sagt der Agentur RIA, der Westen müsse sich fast vier Jahre nach dem Beginn ⁠der „militärischen Sonderoperation“ in der Ukraine mit den territorialen Realitäten vor Ort abfinden.

Eine Einigung zur Beendigung der Kämpfe setze zudem ein Ende der Nato-Präsenz in der Ukraine voraus. Das Land müsse einen neutralen, bündnisfreien Status annehmen. Lawrow sagt darüber hinaus, die USA unterstützten nun die allen klar gewordene Auffassung, dass mit ‍dem Auslaufen des Mandats des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Neuwahlen erforderlich seien.

20:41 Uhr – Trump kritisiert angeblichen ukrainischen Angriff auf Putin-Residenz

Donald Trump hat den angeblichen Angriff der Ukraine auf die Residenz des russischen Staatschefs Wladimir Putin kritisiert. Angesichts der derzeit laufenden Gespräche über eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine sei es „nicht der richtige Zeitpunkt“ für einen solchen Angriff, sagte Trump am Montag zu Journalisten auf seinem Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida.

„Es ist eine Sache, offensiv zu sein, weil sie offensiv sind. Es ist eine andere Sache, sein Haus anzugreifen. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um so etwas zu tun“, sagte Trump. Putin selbst habe ihn in einem Telefonat darüber informiert, „dass er angegriffen wurde. Das ist nicht gut“, betonte der US-Präsident und fügte hinzu, er sei „sehr wütend darüber“.

20:21 Uhr – Putin will Gebietshauptstadt Saporischschja einnehmen lassen

Die russische Armee rückt in der Ukraine nach Angaben der Militärführung in Moskau in den Gebieten Saporischschja und Donezk „sehr dynamisch“ vor. Die russischen Truppen stünden bereits 15 Kilometer im Süden vor der Grenze der Gebietshauptstadt Saporischschja, teilten Militärs bei einer Sitzung mit Kremlchef Wladimir Putin mit. Putin sagte, dass die ukrainischen Streitkräfte sich zwar sehr lange auf eine Verteidigung vorbereitet hätten, aber die russische Armee erledige die Aufgabe der Einnahme Saporischschjas. Die Einheiten „Dnepr“ und „Wostok“ (Osten) sollten die Stadt gemeinsam einnehmen, sagte er.

Verteidigungsminister Andrej Beloussow sagte, alles laufe „sehr dynamisch“ und nach Plan. „Tatsächlich haben wir im Dezember das maximale Tempo des Jahres erreicht“, sagte er. Es werde derzeit mehr erreicht als vorgesehen.

18:03 Uhr – Meloni-Regierung macht Weg für weitere Ukraine-Hilfen frei

Die italienische Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will die Ukraine auch 2026 weiterhin mit umfangreichen Militärhilfen unterstützen. Die Regierung in Rom billigte ein Dekret, mit dem die Lieferung weiterer militärischer Güter und Ausrüstung an Kiew für die Abwehr gegen den russischen Angriffskrieg auch im kommenden Jahr erlaubt wird.

Die Entscheidung war ursprünglich für Anfang Dezember geplant, hatte sich jedoch verzögert – unter anderem wegen Forderungen der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega von Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini nach Änderungen am Erlasstext. Die Partei drängte darauf, zivile Hilfen stärker zu betonen und Waffenlieferungen ausdrücklich als defensiv darzustellen.

Letztlich einigte sich die Regierung auf kleinere sprachliche Anpassungen, ohne jedoch den Inhalt des Dekrets wesentlich zu verändern. Neben der Verlängerung der militärischen Unterstützung sieht der Beschluss auch die Verlängerung von Aufenthaltstiteln für bestimmte ukrainische Staatsbürger vor.

17:41 Uhr – Kreml: Putin informierte Trump über Angriff auf Residenz

Putin will seine Position bei den Verhandlungen mit US-Präsident Trump über ein Kriegsende in der Ukraine nach Kremlangaben wegen des angeblichen Terroranschlags Kiews überarbeiten. Der Kremlchef habe Trump darüber bei einem Telefonat informiert, nachdem es einen versuchten Drohnenangriff der Ukraine gegen seine Residenz im Gebiet Nowgorod gegeben habe, sagte Putins außenpolitischer Berater, Juri Uschakow, der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge bei dem Gespräch.

16:33 Uhr – Russland wirft Ukraine Angriff auf Putin-Residenz vor – Selenskyj: Lüge

Russland wirft der Ukraine einen versuchten Angriff auf ⁠eine Residenz von Präsident Wladimir Putin vor und kündigt eine ‍Änderung seiner Verhandlungsposition an. Außenminister Sergej Lawrow sagte am Montag, die Ukraine habe am 28. und 29. Dezember die staatliche Residenz des Präsidenten in der Region Nowgorod ⁠mit 91 Langstreckendrohnen attackiert, ⁠wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. „Derartige rücksichtslose Aktionen werden nicht unbeantwortet bleiben“, wurde Lawrow zitiert. Russland habe nach dem „terroristischen Angriff“ Ziele in der Ukraine für „Vergeltungsangriffe“ ausgewählt. Ob sich Putin zu dem Zeitpunkt in der Residenz aufhielt, war zunächst unklar.

Laut russischen Medien handelt es sich um Putins Waldai-Residenz, die im Gebiet Nowgorod zwischen Moskau und St. Petersburg liegt. Dort soll Putin oft seine Wochenenden mit der Familie verbringen. Sein Privatleben aber hütet der Kreml wie ein Staatsgeheimnis.

Die Ukraine wies die Vorwürfe umgehend als Lüge zurück. Russland ‍wolle mit den Anschuldigungen den ‍Fortschritt bei den Gesprächen zwischen der Ukraine und den ⁠USA untergraben, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Vielmehr bereite die Regierung in Moskau den Boden für einen ‍Angriff auf ukrainische Regierungsgebäude ⁠in ‌Kiew vor. ‌Die USA ‌sollten auf die russischen Drohungen entsprechend reagieren, forderte ​der Präsident.