Zypern übernimmt EU-Ratspräsidentschaft für sechs Monate
Zum Jahreswechsel wird mit Zypern eines der kleinsten EU-Länder den alle sechs Monate rotierenden EU-Ratsvorsitz übernehmen. Der Inselstaat mit etwa einer Million Einwohnern wird damit bis zum 30. Juni die Leitung zahlreicher Ministertreffen übernehmen und bei Meinungsverschiedenheiten zwischen den EU-Staaten vermitteln.
Dabei geht es vor allem darum, einen möglichst reibungslosen Ablauf der EU-Gesetzgebungsverfahren zu garantieren. Zuvor hatte Dänemark die EU-Ratspräsidentschaft inne.
Zentrale EU-Themen im ersten Halbjahr 2026 sollen Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit, die weitere Unterstützung der Ukraine und weitere Schritte im Kampf gegen unerwünschte Migration sein. Zudem müssen die Arbeiten am nächsten langfristigen EU-Haushalt und an anderen laufenden Gesetzgebungsprojekten vorangetrieben werden.
Das offizielle Motto von Zyperns Präsidentschaft lautet: "Eine autonome Union. Offen für die Welt." Es soll vermitteln, dass die EU innere Stärke und Unabhängigkeit mit Offenheit, Zusammenarbeit und globalem Engagement verbinden will. Zypern wolle eine erfolgreiche und ehrgeizige Ratspräsidentschaft führen, teilte die Regierung mit. Präsident Nikos Christodoulidis hat zwei Hauptziele für den Vorsitz seines Landes genannt: die strategische Autonomie der EU zu stärken und die EU der Region näherzubringen.
Die Insel Zypern ist seit 1974 geteilt; damals war die türkische Armee auf der Insel einmarschiert. Die Türkische Republik Nordzypern wird ausschließlich von der Türkei anerkannt. Die griechischsprachige Republik Zypern trat 2004 der EU bei und hatte zuletzt 2012 die Ratspräsidentschaft inne.