Kiew löst Luftalarm für gesamte Ukraine aus – „Begeben Sie sich in Schutzräume“, warnt Selenskyj
Die Gespräche über einen Frieden in der Ukraine sind beendet. Mehrere Nato-Länder diskutieren die Rahmenbedingungen für die Entsendung von Friedenstruppen in die Ukraine. Zwischen den USA und Russland ist ein neuer Konfliktpunkt entstanden: US-Streitkräfte haben einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker im Nordatlantik beschlagnahmt.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die internationale Sicherheitspolitik im Liveticker:
00:41 Uhr – Bürgermeister: Drohnen in Kiew, Hyperschallrakete in Lwiw
Nach Angaben des Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, greifen russische Drohnen Ziele in der ukrainischen Hauptstadt an. Es gebe Explosionen, schreibt Klitschko auf Telegram. In drei Bezirken seien Brände ausgebrochen. Die Drohnen hätten Gebäude in zwei Stadtteilen auf beiden Seiten des Flusses Dnipro getroffen. Der Gouverneur der westukrainischen Region Lwiw, Maxym Kosyzkyj, meldet ebenfalls Angriffe. Dabei sei ein Infrastrukturziel getroffen worden. Nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt Lwiw, Andrij Sadowyj, wurde bei dem russischen Angriff eine Oreschnik-Hyperschallrakete eingesetzt. Es sei jedoch Sache des Militärs, die eingesetzte Waffe zu bestimmen, schreibt er auf Telegram.
Donnerstag, 8. Januar:
23:21 Uhr – Raketenalarm für gesamte Ukraine ausgelöst
In der gesamten Ukraine ist wegen eines möglichen russischen Raketenangriffs Luftalarm ausgelöst worden. „Drohende Gefahr durch den Einsatz ballistischer Waffen“, schrieb die ukrainische Luftwaffe auf ihrem Telegram-Kanal. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videobotschaft, es gebe Anzeichen für einen massiven russischen Luftangriff in der Nacht zum Freitag. „Es ist sehr wichtig, heute und morgen auf Luftalarme zu achten und sich ständig in Schutzräume zu begeben“, sagte er.
21:15 Uhr – Russland erklärt ausländische Truppen in der Ukraine zu „legitimen Zielen“
Russland warnt den Westen mit deutlichen Worten vor der Stationierung ausländischer Soldaten in der Ukraine: Diese würden als „legitime militärische Ziele“ betrachtet, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag in Moskau. Sie reagierte damit auf die jüngsten Beratungen der Ukraine-Verbündeten in Paris, bei denen Frankreich und Großbritannien ihre Absicht bekräftigten, im Falle eines Waffenstillstands eine multinationale Truppe zu dessen Absicherung in die Ukraine zu schicken.
Die Außenamtssprecherin in Moskau bezichtigte die westlichen Verbündeten der Ukraine der Kriegstreiberei. „Die neuen militaristischen Erklärungen der sogenannten Koalition der Willigen und des Regimes in Kiew begründen eine echte ‚Kriegsachse‘“, erklärte Sacharowa. Die Pläne dieser Länder seien „gefährlich“ und „zerstörerisch“. Präsident Wladimir Putin hatte bereits im September gesagt, westliche Soldaten in der Ukraine nach einem Waffenstillstand seien „ein legitimes Ziel“.
16:41 – Russland greift Krywyj Rih mit ballistischen Raketen an
In der zentralukrainischen Industriestadt Krywyj Rih kam es zu mehreren Explosionen. Zuvor hatten ukrainische Telegramkanäle über Starts ballistischer Raketen von der Krim berichtet. Kurz darauf wurde Luftalarm für Krywyj Rih und die umliegende Region ausgelöst. Nach Angaben der lokalen Militärverwaltung handelte es sich um einen ballistischen Raketenangriff, der ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen haben soll. Augenzeugen berichten von aufeinanderfolgenden Einschlägen und einer weithin sichtbaren Explosion. Später warnten die Behörden zusätzlich vor tief fliegenden Shahed-Drohnen, deren genaue Zahl unklar sei. Bereits vor dem Angriff war die Lage in der Stadt angespannt: Laut Bürgermeister Wilkul waren rund 39.000 Haushalte ohne Strom, etwa 2.500 Gebäude ohne Heizung.
16:11 – Ukraine laut Merz von langfristigem Abkommen „ziemlich weit entfernt“
Friedrich Merz sieht in der Diskussion um Sicherheitsgarantien für die Ukraine keinen Zeitdruck. Der Kanzler verwies am Donnerstag bei der Winterklausur in Seeon darauf, dass davor ein langfristiges Abkommen mit Russland stehen müsse. Von einer Zustimmung Russlands zu solch einem Abkommen „sind wir vermutlich immer noch ziemlich weit entfernt“, sagte Merz. Weiterhin sagte er, er wolle zum Vermeiden von Missverständnissen „deutlich“ sagen, dass es nicht um einen Eingriff von Soldaten der EU in dem laufenden Krieg gehe. „Wir sprechen über Sicherheitsgarantien nach einem Waffenstillstand“, sagte Merz. Es gebe niemanden, der sage, dass er jetzt mit Soldaten in die Ukraine gehen wolle.
14:50 – Russland kann Schäden an strategischer Luftwaffe weiterhin nicht beheben
Den Schaden an seiner strategischen Bomberflotte hat Russland nach der ukrainischen Spezialoperation „Spinnennetz“ bis heute nicht reparieren können. Das geht laut der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN aus Geheimdienstinformationen hervor. Im Rahmen der Operation „Spinnennetz“ am 1. Juni 2025 hatte der ukrainische Geheimdienst Drohnen tief ins russische Kernland hineingeschleust und vier Militärflugplätze angegriffen. Dabei waren mindestens 13 Flugzeuge der strategischen Luftwaffe getroffen worden. Obwohl der Kreml versucht, das Ausmaß zu verschleiern, sei es Moskau bislang nicht gelungen, die Folgen der Attacke rückgängig zu machen.
13:42 – Abkommen mit den USA zu Sicherheitsgarantien laut Selenskyj kurz vor Finalisierung
Selenskyj schreibt auf seinem Telegram-Kanal von den Fortschritten der Gespräche in Frankreich. Ein bilaterales Abkommen über Sicherheitsgarantien mit den USA sei „bereit zur Finalisierung auf höchster Ebene“. Zudem seien Dokumente zu Wiederaufbau und wirtschaftlicher Entwicklung besprochen worden. Zugleich habe die Ukraine mögliche Varianten für ein Ende des Krieges vorgestellt. Kiew erwarte nun eine Rückmeldung aus Gesprächen der USA mit Russland. Dann werde sich zeigen, „ob der Aggressor real bereit ist, den Krieg zu beenden“. Angesichts fortgesetzter russischer Angriffe fordert Selenskyj mehr Druck auf Moskau: „Die Realisierbarkeit künftiger Sicherheitsgarantien muss sich schon jetzt in der Fähigkeit der Partner zeigen, wirksamen Druck auf den Aggressor auszuüben.“
12:58 – Drohnenangriff auf russischen Öltanker vor der türkischen Küste
Ein Drohnenangriff im Schwarzen Meer hat am 7. Januar einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker beschädigt. Das berichtete die türkische Zeitung Ortadogu. Der Tanker war unter der Flagge Palaus unterwegs und wurde vor der türkischen Küste nahe der Stadt Kastamonu getroffen. Das Schiff war auf dem Weg in den russischen Hafen Noworossijsk, um Öl zu laden. Bei dem Angriff wurde der obere Teil des Tankers beschädigt. Das Schiff wird jetzt in den Hafen von Inebolu geschleppt.
12:51 – Russisches Außenministerium gibt offizielle Erklärung zum Öltanker „Marinera“
Das russische Außenministerium äußert ernste Besorgnis gegenüber den USA, denen es vorwirft, mit der „gewaltsamen Enterung“ des Öltankers „Marinera“ in internationalen Gewässern gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben und bezeichnet den Vorfall als „faktische Beschlagnahmung“ eines zivilen Schiffs. Washington habe trotz mehrfacher Proteste Moskaus die ausschließliche Zuständigkeit des Flaggenstaates missachtet und damit Leben und Gesundheit der Besatzung sowie die ökologische Unversehrtheit des Nordatlantiks gefährdet. Der Zwischenfall könne zu einer weiteren Eskalation führen, da er „eine sichtbare Absenkung der Schwelle für den Einsatz von Gewalt gegen die zivile Schifffahrt“ bedeute. Gleichzeitig entzögen sich die USA durch „neokoloniale Anmaßungen“ und den Verweis auf einseitige Sanktionen jeder völkerrechtlichen Rechtfertigung.
12:26 – Söder plädiert bei Mitwirkung der Bundeswehr an Ukraine-Friedensmission für „große Zurückhaltung“
Söder sagte in einem Interview mit WELT TV am Rande der Klausurtagung im Kloster Seeon: „Vom ersten Blick löst es ja Magengrummeln aus bei einem.“ Söder nannte mehrere Voraussetzungen, die aus seiner Sicht für eine Friedensmission unter Beteiligung der Bundeswehr erfüllt sein müssten. So forderte er von der Ukraine die Rücknahme der erleichterten Ausreisebestimmungen, die dazu führten, dass viele junge ukrainische Männer nach Deutschland kämen. Klare Ansage des CSU-Chefs: „Wir überlegen, unsere Soldaten in die Ukraine zu schicken, während die jungen Ukrainer zu uns kommen - das geht nicht.“ Außerdem müssten aus seiner Sicht die USA an einer Friedensmission beteiligt sein.
11:59 – Russland: Ausländische Truppen in der Ukraine wären „legitime Ziele“
Russland warnt eindringlich vor der Stationierung ausländischer Soldaten in der Ukraine. In diesem Fall würden ausländische Truppen und ihre Ausrüstung als „legitime militärische Ziele“ der russischen Armee betrachtet, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. „Diese Warnungen wurden mehrfach auf höchster Ebene wiederholt und bleiben weiter gültig“, fügte die Außenamtssprecherin hinzu. In ihrer Erklärung wurden die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten als Kriegstreiber kritisiert. „Die neuen militaristischen Erklärungen der sogenannten Koalition der Willigen und des Regimes in Kiew begründen eine echte ‚Kriegsachse‘“, erklärte Sacharowa. Die Pläne dieser Länder seien „gefährlich“ und „zerstörerisch“.
11:39 – Europäische Großwetterlage hat Einfluss auf Kampfhandlungen in der Ostukraine
An der Front bei Pokrowsk bleibt die Lage aufgrund des Kälteeinbruchs und heftiger Schneefälle angespannt. Dies berichtet der Kommandeur einer Infanteriekompanie in einer Sendung des TV-Senders „Ranok“. Seinen Angaben zufolge erschwert Glatteis die Bewegung von Technik und Infanterie auf beiden Seiten. Wegen rutschiger Straßen ist die Bewegung der russischen Armee stark gestört. Bodengebundene Robotersysteme arbeiten jedoch auch unter schwierigen Wetterbedingungen weiterhin effektiv. Auch in der restlichen Ukraine bleibt der Wintereinbruch nicht ohne Folgen: Landesweit wurden im Laufe des Tages schon über 300 Verkehrsunfälle gemeldet.
10:48 – Großbritannien liefert Ukraine neues Paket zur Luftverteidigung
Die Ukraine erhält ein Upgrade für ihre Luftverteidigung. Bereits übergeben wurden 13 Kurzstrecken-Flugabwehrsysteme vom Typ Raven, die speziell für die Ukraine entwickelt und von London finanziert wurden. Sie nutzen die britische Luft-Luft-Rakete AIM-132 ASRAAM in bodengestützter Version und dienen vor allem dem schnellen Schutz gegen Drohnen, Flugzeuge und Hubschrauber nahe der Front, haben jedoch nur begrenzte Fähigkeiten gegen Marschflugkörper. Zusätzlich hat das britische Verteidigungsministerium die Lieferung von zwei Prototypen des Systems Gravehawk bestätigt. Insgesamt sind 15 Gravehawk-Systeme geplant, weitere sollen in Kürze folgen.
09:53 – Teilweise Wiederherstellung der Stromversorgung in zwei ukrainischen Regionen
Nachdem in den Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk wegen schwerer Angriffe über eine Million Menschen ohne Wasser und Heizung auskommen mussten, ist die Versorgung nun in Teilen wiederhergestellt. Die Einschränkungen aber sind nach wie vor massiv: Fernzüge müssen mit Dieselloks fahren, in der Oblast Dnipropetrowsk wurden die Schulferien verlängert. Es kam zu zahlreichen Rohrbrüchen. Das Energienetz ist weiterhin instabil. Bewohner werden gebeten, einen Wasservorrat anzulegen. In vielen Städten funktionieren die Ampeln nicht.
08:35 Uhr – Zwei ukrainische Regionen nach russischen Angriffen ohne Strom
Durch die jüngsten russischen Angriffe sind die ukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja von der Stromversorgung abgeschnitten worden. Russland habe eine „gewaltigen Drohnenangriff auf die Energieinfrastruktur mehrerer Regionen“ ausgeführt, erklärte der staatliche Netzbetreiber Ukrenergo. In der Folge seien Verbraucher in den Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja, darunter regionale Zentren, ohne Strom.
08:05 Uhr – Russland fordert freie Heimkehr für Tanker-Besatzung
Das russische Außenministerium fordert eine ungehinderte Heimkehr der Seeleute auf dem von der US-Marine im Nordatlantik aufgebrachten Öltanker. Man verlange, eine humane und würdige Behandlung der Besatzung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern. Das US-Militär hatte den Tanker, der unter russischer Flagge fuhr, wegen angeblicher Verstöße gegen US-Sanktionen im Nordatlantik vor der Küste Schottlands aufgebracht, auf Basis einer richterlichen Anordnung. „Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern“, hieß es.
05:00 Uhr – USA: Beschlagnahmter Tanker transportiert Öl auch aus Iran
Der von den USA beschlagnahmte und unter russischer Flagge fahrende Tanker transportiert nach US-Angaben nicht nur Erdöl aus Venezuela, sondern auch aus dem Iran. US-Justizministerin Pam Bondi schrieb auf der Plattform X, die USA hätten einen Befehl zur Beschlagnahmung des Rohöltankers vollstreckt, „der für den Transport von sanktioniertem Öl aus Venezuela und dem Iran verantwortlich ist“. Wohin das Öl aus dem nun beschlagnahmten Schiff transportiert werden sollte, wird aus Bondis Mitteilung nicht deutlich.
US-Geheimdienstvertreter sagten „CBS News“, venezolanische Regierungsvertreter hätten vor der Festnahme von Machthaber Maduro darüber beraten, Soldaten auf Tankern zu stationieren – getarnt als Zivilisten. Demnach seien auch tragbare Flugabwehrsysteme sowjetischer Bauart Thema der Gespräche gewesen.
02:59 Uhr – Graham stellt scharfe US-Sanktionen gegen Russland in Aussicht
Der republikanische US-Senator Lindsey Graham sagte, Präsident Donald Trump habe „grünes Licht“ für einen parteiübergreifenden Gesetzentwurf zu Sanktionen gegen Russland gegeben. Graham äußerte die Hoffnung, dass bereits nächste Woche über die Maßnahme abgestimmt werde.
„Dieser Gesetzentwurf wird es Präsident Trump ermöglichen, diejenigen Länder zu bestrafen, die billiges russisches Öl kaufen und damit Putins Kriegsmaschinerie finanzieren”, fügte er hinzu und erklärte, dass die Gesetzgebung „enorme Hebelwirkung gegen Länder wie China, Indien und Brasilien ausüben würde, um sie dazu zu bewegen, den Kauf von billigem russischem Öl einzustellen, das Putins Blutbad gegen die Ukraine finanziert“.
Mittwoch, 7. Januar:
22:36 Uhr – Ukraine: Stromausfälle nach russischen Angriffen
Russische Angriffe führen in Teilen der Südost-Ukraine zu weitreichenden Strom- und Wasserausfällen, wie örtliche Behörden und Medien berichten. In der Stadt Dnipro sei der Strom ausgefallen und die U-Bahn habe ihren Betrieb eingestellt, meldet der öffentlich-rechtliche Sender Suspilne. Der Energieversorger DTEK teilt mit, dass auch Teile der Region Saporischschja von den Stromausfällen betroffen seien.
21:39 Uhr – Selenskyj schließt Kriegsende bis Mitte 2026 nicht aus
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schließt angesichts von Fortschritten bei Friedensgesprächen ein Ende des Krieges in der ersten Jahreshälfte 2026 nicht aus. „Wir stellen fest, dass die Verhandlungen mit unseren europäischen Partnern und natürlich mit den USA und allen Mitgliedern der Koalition der Willigen einen neuen Meilenstein erreicht haben“, sagt Selenskyj bei einem Besuch in Zypern.
In der Hauptstadt Nikosia war die EU-Spitze zu Beginn der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft Zyperns versammelt. „Wir sind uns bewusst, dass dieser Krieg noch während Ihrer Präsidentschaft beendet werden kann“, hieß es von Selenskyj der Nachrichtenagentur Interfax Ukraina zufolge bei der Zeremonie.
21:35 Uhr – Selenskyj schlägt nach Maduro-Gefangennahme ähnliches Vorgehen gegen Kadyrow vor
Nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro schlägt Selenskyj ein ähnliches Vorgehen gegen den Präsidenten der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, vor. „Sie haben es schnell gemacht“, sagt Selenskyj vor Journalisten mit Blick auf den US-Einsatz und fügt an: „Mögen Sie einen ähnlichen Einsatz gegen, wie heißt er noch, Kadyrow, ausführen.“
Das Vorgehen zur Absetzung Maduros habe bewiesen, dass Washington die Macht habe, Moskau zu beeinflussen, wenn es dies wirklich wolle. Eine Absetzung Kadyrows werde den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu bewegen, seine anhaltende militärische Offensive gegen die Ukraine „noch einmal zu überdenken“.
13:15 Uhr – Wadephul trifft Kollegen aus Paris und Warschau
Auf Ministerebene setzt Außenminister Johann Wadephul die Beratungen über den europäischen Beitrag zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine in Paris fort. Bei einem Treffen des sogenannten Weimarer Dreiecks mit seinen Kollegen aus Frankreich und Polen, Jean-Noël Barrot und Radoslaw Sikorski, werde es am Nachmittag auch um die Entwicklung robuster Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Waffenstillstand gehen. Man werde besprechen, welchen Beitrag Europa zur langfristigen Sicherheit der Ukraine leisten könne. Später soll zu dem Pariser Treffen der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar hinzukommen. Die indo-europäische Zusammenarbeit soll vertieft werden, auch in Sicherheitsfragen.
11:33 Uhr – „Es gibt bereits konkrete Resultate“: Zweiter Verhandlungstag läuft an
Kyrylo Budanow, seit Januar 2026 Leiter des Präsidialamts der Ukraine, äußerte sich zum Gipfeltreffen der „Koalition der Willigen“ in Paris. Er sagte: „Nicht alle Informationen können veröffentlicht werden, aber es gibt bereits konkrete Ergebnisse. Die nationalen Interessen der Ukraine werden geschützt.“ Heute beginnt der zweite Tag der Verhandlungen in Paris. Bei den Gesprächen sucht die Ukraine die Unterstützung ihrer Verbündeten für einen Waffenstillstand, wehrt sich aber gegen die Abtretung des Donbass.
Selenskyj annoncierte derweil den Beginn der dritten Gesprächsrunde mit den amerikanischen Vertretern. Er schrieb dazu in den sozialen Medien: „Wir gehen davon aus, dass insbesondere die schwierigsten Fragen für die Zeit nach dem Krieg erörtert werden, nämlich die Fragen des Atomkraftwerks Saporischschja und der Territorien.“
08:30 Uhr – Putin zieht Parallelen zwischen russischen Soldaten und Jesus
Mitten im anhaltenden Krieg gegen die Ukraine vergleicht Russlands Präsident Putin die Aufgabe russischer Soldaten mit der Mission Jesu Christi. Jesus sei auf die Erde gekommen, um alle Menschen zu retten. „Auch die Soldaten Russlands erfüllen immer – sozusagen im Auftrag des Herrn – diese Mission“, sagte Putin bei einer orthodoxen Weihnachtsfeier in einer Kirche nahe Moskau vor Militärangehörigen und ihren Familien. In Russland habe man die eigenen Krieger zu allen Zeiten auf einer „heiligen Mission“ gesehen. Den Angriffskrieg gegen die Ukraine erwähnte Putin nicht.
06:56 Uhr – Schutztruppe für Ukraine nimmt Form an – Großbritannien und Frankreich planen Militärstützpunkte
Die internationale Schutztruppe zur militärischen Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine nimmt Form an. Bei einem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen in Paris unterzeichneten Frankreich, Großbritannien und die Ukraine eine Erklärung, die dem Einsatz ausländischer Truppen in dem angegriffenen Land eine Grundlage gibt. Für Deutschland stellte Bundeskanzler Friedrich Merz erstmals die Beteiligung der Bundeswehr an einer Friedenssicherung in Aussicht - nicht in der Ukraine selbst, aber auf Nato-Boden nahe der Grenze.
Der britische Premier Keir Starmer sprach bereits von einem Einsatz britischer und französischer Streitkräfte auf ukrainischem Boden nach einem Waffenstillstand. Geplant seien „geschützte Einrichtungen für Waffen und militärische Ausrüstung“, um die „Verteidigungsbedürfnisse der Ukraine“ zu unterstützen.
04:05 Uhr – Wadephul reist zu Ukraine-Gesprächen nach Paris
Einen Tag nach dem Gipfeltreffen der Koalition der Willigen will Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) heute in Paris im Format des Weimarer Dreiecks über die Ukraine beraten. An dem Treffen nehmen der französische Außenminister Jean-Noël Barrot und der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski teil. Anschließend ist eine Begegnung mit dem indischen Außenminister Subrahmanyam Jaishankar geplant.