Venezolanische Führung will zahlreiche Häftlinge freilassen

Die venezolanische Führung hat die Freilassung einer großen Zahl venezolanischer und ausländischer Gefangener angekündigt. Laut Parlamentspräsident Jorge Rodríguez handelt es sich dabei um eine Geste "auf der Suche nach Frieden". Der Freilassungsprozess laufe bereits, Details nannte Rodríguez nicht.

Spaniens Außenminister José Manuel Albares sagte, unter den Freigelassenen seien auch fünf spanische Staatsbürger, darunter die prominente spanisch-venezolanische Aktivistin Rocío San Miguel. Wie ihre Anwältin der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, geht es San Miguel nach ihrer Freilassung gut.

Die Aktivistin war im Februar 2024 wegen angeblicher Beteiligung an einem Komplott gegen Machthaber Nicolás Maduro verhaftet worden. Ihr wurden Verrat, Terrorismus und Verschwörung vorgeworfen. San Miguel war in der berüchtigten Haftanstalt El Helicoide in der Hauptstadt Caracas inhaftiert, in der die Geheimdienste unter anderem politische Häftlinge unterbringen. 

Nach Schätzungen der Nichtregierungsorganisation Foro Penal sitzen in Venezuela 806 Menschen aus politischen Gründen im Gefängnis. Die Organisation versucht nach eigenen Angaben derzeit herauszufinden, wer die weiteren Freigelassenen sind.

US-Regierung wertet Freilassung als Erfolg Trumps

In der Nacht zum Samstag hatten US-Streitkräfte bei einem Militäreinsatz Ziele in Venezuela angegriffen und Staatschef Maduro sowie dessen Frau Cilia Flores gefangen genommen und in die USA gebracht. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme gesagt, Venezuela stehe nun unter der Kontrolle der USA.

Die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, bezeichnete die Freilassung in einer Mitteilung als Beispiel dafür, wie Trump seinen Einfluss "maximal nutzt", um "das Richtige" für das US-amerikanische und das venezolanische Volk zu tun.

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