Russland und Frankreich tauschen Gefangene aus

Frankreich und Russland haben zwei Gefangene ausgetauscht. Wie der französische Präsident Emmanuel Macron mitteilte, befindet sich der in Russland wegen angeblicher Spionage angeklagte französische Politologe Laurent Vinatier wieder in seiner Heimat. Im Gegenzug wurde der russische Basketballer Daniil Kassatkin aus französischer Haft entlassen. Laut dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB kehrte auch er inzwischen nach Russland zurück.

Vinatier hatte in Russland für die Schweizer Nichtregierungsorganisation Zentrum für humanitären Dialog gearbeitet, die auf Konfliktlösung spezialisiert ist. Er war 2024 festgenommen und zu drei Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt worden, weil er russischen Angaben zufolge gegen die Auflagen für sogenannte ausländische Agenten verstoßen haben soll. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, Informationen über das russische Militär gesammelt zu haben.

2025 wurde Vinatier zudem wegen Spionage angeklagt. Die Vorwürfe hätten mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden können. Russischen Medien zufolge wurde der 49-Jährige nun von Russlands Staatschef Wladimir Putin begnadigt.

Kassatkin soll an Hackerangriffen beteiligt gewesen sein

Kassatkin war 2025 auf Betreiben der USA bei seiner Ankunft in Paris mit seiner Verlobten im Juni 2025 festgenommen worden. Seitdem saß er in Auslieferungshaft. Ihm wurde die Beteiligung an Cyber-Erpressung zur Last gelegt.

Die USA stellten einen Auslieferungsantrag. US-Behörden werfen Kassatkin vor, zu einem Netz von Hackern zu gehören, das zwischen 2020 und 2022 etwa 900 Unternehmen und Institutionen durch Schadsoftware angegriffen haben soll. Der Profisportler hatte zeitweise in den USA gelebt. Er wies die Vorwürfe zurück.

Westen wirft Russland Geiselnahmen vor

Der Austausch der beiden Gefangenen gilt als Zeichen einer leichten Entspannung in den französisch-russischen Verhältnissen. Dmitri Peskow, Sprecher Putins, hatte bereits Ende Dezember eine baldige Lösung im Fall Vinatier angedeutet. Zudem zeigte sich Macron zuletzt offen für ein Telefonat mit dem russischen Machthaber.

In den vergangenen Jahren wurden in Russland mehrere ausländische Staatsbürger festgenommen. Westliche Staaten werfen der russischen Führung vor, die Gefangenen als Geiseln zu nutzen, um sie gegen im Westen inhaftierte Russen auszutauschen.