Deutschland erkennt Niue im Südpazifik an

Niue liegt mitten im Pazifik: Deutschland will vor allem die Zusammenarbeit im Klimaschutz vertiefen. © picture alliance/robertharding

Deutschland wird künftig diplomatische Beziehungen zu Niue aufnehmen und seine Partnerschaft mit der Südseeinsel vertiefen: Das Bundeskabinett erkannte die rund 260 Quadratkilometer große Insel Anfang Januar als eigenen Staat an. Die pazifischen Inselstaaten und deren Regionalorganisation „Pacific Islands Forum“ seien etwa beim Thema Klimaschutz enge Partner, sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius. „Wir möchten die Zusammenarbeit mit ihnen festigen und vertiefen. Die völkerrechtliche Anerkennung von Niue und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen tragen dazu bei.“

Der Inselstaat mit 1.700 Einwohnerinnen und Einwohnern ist eine der kleinsten selbstregierten Nationen weltweit. Niue liegt in der Nähe von Tonga und rund 2.400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland, zu dem es bis 1974 gehörte. Bis heute sind Niue und Neuseeland durch einen Assoziierungsvertrag eng verbunden. Die förmliche Anerkennung und die Erklärung zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen würden jetzt durch ein Schreiben von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und den Austausch sogenannter Verbalnoten erfolgen, hieß es in Berlin. Eine deutsche Botschaft wird in Niue jedoch nicht eingerichtet. Zuständig sein wird die deutsche Vertretung in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes.

Der Artenreichtum im Meer rund um Niue ist besonders groß, doch das Ökosystem ist unter anderem durch den Klimawandel bedroht. Zwar ist die Insel nicht akut von Überschwemmung bedroht, aber die Erwärmung des Meerwassers bedroht die Korallenriffe und andere Meereslebewesen, auch sind Tropenstürme bereits intensiver zu spüren. Deutschland ist im Klimaschutz ein wichtiger Partner der pazifischen Inselstaaten. 

(mit dpa)