María Corina Machado will venezolanische Präsidentin werden
Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado strebt nach der Präsidentschaft in Venezuela. "Ich will meinem Land dienen, wo ich am nützlichsten bin", sagte die 58-Jährige in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News und fügte hinzu: "Ich glaube, ich werde zur Präsidentin von Venezuela gewählt, wenn die Zeit reif ist."
Nach der Entführung des bisherigen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Elitesoldaten vor knapp zwei Wochen hatte Machado zunächst die Einsetzung des Oppositionspolitikers Edmundo González Urrutia als Nachfolger gefordert. Die Macht in dem Land ging aber zunächst auf Delcy Rodríguez über, eine enge Vertraute Maduros.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete Rodríguez als großartige Person. Machado fehle derweil die Unterstützung und der Respekt in Venezuela, um das Land zu führen, sagte er kurz nach dem US-Angriff auf Caracas.
Machado lobt Trump für Sturz von Maduro
Nun sagte Machado bei ihrem US-Besuch, sie rechne mit einem "ordentlichen" Machtübergang in Venezuela. Sie bereite sich darauf vor, "unsere Regierung zu übernehmen, wenn die richtige Zeit gekommen ist". Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez bezeichnete sie als Kommunistin.
Machado sagte, sie verstehe, "dass es viele Bedenken mit Blick auf den Übergang in Venezuela" gebe. Ihre Washington-Reise diene zum Teil dazu, US-Regierungsvertretern ihren Standpunkt zu schildern. Es wirke "wie ein Wunder, hier in einem freien Land zu sitzen", sagte sie. Venezuela bewege sich nach dem Sturz von Präsident Nicolás Maduro durch die Vereinigten Staaten langsam auf die Demokratie zu.
Der bevorstehende Prozess sei "sehr komplex und schwierig", sagte Machado. Sie sei "absolut dankbar", dass es US-Präsident Donald Trump gebe: "Es hat viel Mut gekostet, zu tun, was er getan hat."
Machado übergibt Trump ihren Nobelpreis
Das Verhältnis von Machado und Trump wird auch durch den Friedensnobelpreis geprägt. Machado bekam ihn verliehen, Trump hatte selbst Anspruch auf den Preis erhoben. Bei einem Treffen zwischen den beiden am Donnerstag im Weißen Haus überreichte Machado Trump ihre Nobelpreismedaille als symbolisches Zeichen ihrer Anerkennung.
"Er hat es verdient, und es war ein sehr emotionaler Moment", sagte Machado im Anschluss. Trump sprach von einer "wunderbaren Geste". Das Nobel-Komitee in Oslo hatte zuvor klargestellt, dass der Preis nicht übertragbar sei. Machado erhofft sich durch die Aushändigung der Medaille an Trump womöglich eine größere Unterstützung durch die USA.
Medienberichten zufolge hat sich CIA-Chef John Ratcliffe unterdessen in Caracas mit der geschäftsführenden Präsidentin Rodríguez getroffen. Ziel des Treffens am Donnerstag sei aus US-Sicht gewesen, ein Zeichen des Vertrauens und für Zusammenarbeit zwischen den beiden Regierungen zu senden, berichteten CNN und die New York Times unter Berufung auf US-Beamte. Das Treffen habe auf Anweisung Trumps stattgefunden.