Zweijährige nach ICE-Einsatz wieder mit Mutter vereint
Einen Tag nach einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde gegen einen Vater und seine zweijährige Tochter in Minneapolis ist das Mädchen wieder zu ihrer Mutter gebracht worden. Die Anwältin der Familie, Irina Vaynerman, sagte der Nachrichtenagentur AP, sie habe den Gewahrsam umgehend vor einem Bundesgericht angefochten. Vater und Tochter waren am Donnerstag im Haus der Familie in South Minneapolis von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE abgeführt worden.
In der Eingabe ihrer Anwältin hieß es, die Zweijährige sei ecuadorianische Staatsbürgerin und als Neugeborene in die USA gebracht worden. Sowohl das Kind als auch der Vater hätten einen Asylantrag gestellt, über den noch nicht entschieden sei. Gegen beide liege keine Anordnung zur Ausweisung vor. Ein US-Bezirksrichter hatte am Donnerstag den Transfer des Kleinkindes in einen anderen Bundesstaat untersagt, doch laut Gerichtsakten saßen Vater und Kind etwa 20 Minuten später in einem Flugzeug nach Texas. Am Freitag wurden sie zurückgeflogen.
"New York Times" dokumentierte harte ICE-Einsätze
Das Heimatschutzministerium teilte mit, der Vater sei im Rahmen einer gezielten Razzia festgenommen worden. Die Mutter des Kindes sei zwar in der Nähe gewesen, habe sich aber geweigert, das Kind aufzunehmen. Vaynerman wies diese Erklärung zurück und sagte, dem Vater sei es nicht gestattet worden, die Zweijährige zur Mutter ins Haus zu bringen.
Kritik entzündete sich auch an der Festnahme eines fünfjährigen Jungen und seines Vaters in einem Vorort von Minneapolis. Das Heimatschutzministerium bekräftigte am Freitag, der Vater sei während der Festnahme geflohen und habe seinen Sohn zurückgelassen. Beide werden derzeit in einer Einrichtung in Texas festgehalten. Die Sprecherin des Ministeriums, Tricia McLaughlin, teilte mit, die Mutter des Kindes habe sich geweigert, ihren Sohn in ihre Obhut zu nehmen.
Der Anwalt der Familie vermutete dagegen, dass die Mutter den ICE-Beamten nicht die Tür öffnete, weil sie Angst vor einer Festnahme hatte. Die Schulrätin des Schulbezirks Columbia Heights, Zena Stenvik, sagte, der Fünfjährige sei als Köder benutzt worden.
Die ICE-Behörde soll die harte Einwanderungspolitik der Trump-Regierung durchsetzen. In Minneapolis haben Anwohner zahlreiche Einsätze von ICE-Beamten dokumentiert. Danach gehen diese auffällig brutal vor, wie Augenzeugen in der New York Timesberichteten. Sie zerren Insassen aus ihren Autos, bringen Menschen hart zu Boden, schlagen Scheiben ein oder sprühen Demonstrierenden gegen dieses Vorgehen Pfefferspray ins Gesicht.