Demokraten verlangen Einsicht in ungeschwärzte Epstein-Akten
Die US-Demokraten haben das Justizministerium dazu aufgerufen, die kürzlich veröffentlichten Ermittlungsakten im Fall Jeffrey Epstein rasch in einer ungeschwärzten Version zur Verfügung zu stellen. In einem Brief an Vize-Justizminister Todd Blanche mahnte Jamie Raskin als der ranghöchste Demokrat im Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses, dass dies noch an diesem Sonntag geschehen sollte.
Eine zeitnahe Überprüfung sei dringend nötig, da für den 11. Februar eine Anhörung von Justizministerin Pam Bondi zum Fall Epstein vor dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses geplant sei. Der Kongress müsse beurteilen, ob die vom Justizministerium vorgenommenen Schwärzungen aus einem Bestand von mehr als sechs Millionen Seiten mit Bezug zu Epstein rechtmäßig gewesen oder ob Informationen unzulässig einer Prüfung entzogen worden seien, argumentierte Raskin in seinem Schreiben.
Viele Prominente in neuen Akten
Das Justizministerium hatte am Freitag mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, Tausende Videos und weit mehr als 100.000 Fotos zum Fall Epstein veröffentlicht. Darin tauchen die Namen von zahlreichen Prominenten auf, darunter der frühere britische Prinz Andrew, Microsoft-Gründer Bill Gates und der britische Milliardär Richard Branson.
Beobachtern zufolge befürchten die Demokraten womöglich, dass das Justizministerium die Vorgaben aus dem sogenannten Epstein Files Transparency Act nicht vollständig erfüllt. Das Gesetz hatte Präsident Donald Trump im November unter öffentlichem Druck unterzeichnet. Es schreibt dem Justizministerium vor, sämtliche Ermittlungsakten zu Epstein und dessen langjähriger Vertrauten und Komplizin Ghislaine Maxwell offenzulegen.
Maxwell verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe. Sie wurde für schuldig befunden, Epstein Mädchen und junge Frauen zum sexuellen Missbrauch zugeführt zu haben. Der Sexualstraftäter Epstein nahm sich Behördenangaben zufolge 2019 in einem New Yorker Gefängnis das Leben.