Tote bei israelischen Luftangriffen – Kritik aus Ägypten und Katar

Einen Tag vor der geplanten Öffnung des Grenzübergangs Rafah in Südgaza haben Ägypten und Katar vor weiteren Verstößen gegen die Waffenruhe gewarnt und Israel kritisiert. Zuvor waren bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen nach Angaben der palästinensischen Terrororganisation Hamas mindestens 32 Menschen getötet worden. Katar und Ägypten waren im Gazakrieg zwischen Israel und der Hamas als Vermittler aufgetreten.

Die meisten Toten seien Frauen und Kinder, teilte die von der Hamas kontrollierte Zivilschutzbehörde mit. Bei den israelischen Angriffen seien Wohnhäuser, Zelte, Notunterkünfte und eine Polizeistation getroffen worden, erklärte der Sprecher der Zivilschutzbehörde, Mahmud Bassal. Dies sei eine humanitäre Katastrophe. 

Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, wurde bei einem Angriff in Gaza-Stadt eine Wohnung im Stadtteil Rimal vollständig zerstört. Auch eine Polizeistation in Gaza wurde getroffen. Dabei wurden der Polizeidirektion zufolge sieben Menschen getötet, neben Polizeibeamten und anderen Beschäftigten auch Zivilisten. Bei einem weiteren israelischen Angriff wurde eine Notunterkunft in Al-Mawasi im Süden des Palästinensergebietes getroffen, wo Zehntausende vertriebene Palästinenser in Zelten leben. Über der Zeltstadt stiegen dichte Rauchwolken auf.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe die Angriffe als Reaktion auf "Verstöße der Hamas gegen das Waffenruheabkommen" geflogen. Konkret verwies Israel auf einen Vorfall am Freitag, bei dem acht militante Palästinenser aus einem Tunnel in Rafah im südlichen Gazastreifen gekommen seien. Bei den Luftangriffen am Samstag seien "vier Kommandeure und weitere Terroristen" der Hamas und des verbündeten Islamischen Dschihad getötet worden, teilte die Armee mit.

Fragile Waffenruhe seit Oktober

Die ägyptische Regierung verurteilte die Angriffe "auf das Schärfste". Dies sei eine direkte Gefahr für den politischen Kurs. Beobachter sehen in der Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten einen wichtigen ersten Schritt für den Übergang in die nächste Phase der Waffenruhe.

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Israel dringt auf eine Entwaffnung der Hamas und die Zerstörung des von den Islamisten genutzten Tunnelsystems in dem Palästinensergebiet.

Nach Angaben der Hamas sind seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe mehr als 500 Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden. Die israelische Armee gibt die Zahl der in diesem Zeitraum im Gazastreifen getöteten israelischen Soldaten mit vier an.