Streitkräfte des Iran in höchste Alarmbereitschaft versetzt

Der Iran hat seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Die Armee sei "in voller Verteidigungs- und Kampfbereitschaft", sagte Armeechef Amir Hatami laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. "Wenn der Feind einen Fehler macht, wird dies zweifellos seine eigene Sicherheit, die Sicherheit der Region und die Sicherheit des zionistischen Regimes gefährden", warnte Hatami demnach. Gemeint sind wohl die USA und Israel.

Derweil ereigneten sich im Iran mehrere Explosionen. Bei einer Explosion in der südlich gelegenen Hafenmetropole Bandar Abbas wurden eine Person getötet und 14 Menschen verletzt, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Nachdem die Ursache zunächst unklar geblieben war, nannte die örtliche Feuerwehr in einem von der halbstaatlichen ‌Nachrichtenagentur Mehr veröffentlichten Video später ein Gasleck als Grund für die Explosion. Es habe sich Gas in dem bei dem Unglück beschädigten Gebäude angesammelt, das dann explodiert sei, sagte der Feuerwehrchef demnach im Staatsfernsehen. Ein im Internet verbreitetes Video zeigte Trümmer und zerstörte Autos vor einem beschädigten Gebäude in Bandar Abbas.

Spekulationen in sozialen Medien über einen gezielten Anschlag auf einen Kommandeur ⁠der Revolutionsgarden in Bandar Abbas wies die Agentur Tasnim als "völlig falsch" zurück. Auch Israel bestritt jede Verwicklung.

Auch in der Nähe der Hauptstadt Teheran gab es Augenzeugen zufolge eine Explosion. In der Stadt Ahwas im Südwesten des Landes soll es zudem eine Gasexplosion gegeben haben, wie das iranische Onlineportal Nur News und die Zeitung Tehran Times unter Berufung auf den Feuerwehrchef von Ahwas berichteten. Diesen Angaben zufolge gab es vier Tote.

Trump droht mit neuen Angriffen gegen den Iran

Zuvor hatten sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran durch erneute Drohungen von US-Präsident Donald Trump verschärft. Trump drohte am Freitag mit neuen Militärangriffen gegen den Iran, falls sich die iranische Regierung weigere, einem neuen Abkommen zu seinem Atomprogramm zuzustimmen. Der Iran müsse sich auf einen "Deal" einlassen, fordert Trump.

Die Führung der Islamischen Republik hatte sich am Freitag zu einer Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomprogramm bereiterklärt. Entsprechende Verhandlungen müssten "fair und auf Augenhöhe" stattfinden, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi.

Präsident Peseschkian macht Westen für Proteste verantwortlich

Der iranische Präsident Massud Peseschkian warf den USA, Israel sowie europäischen Staaten vor, die jüngsten Proteste und Unruhen im Land geschürt zu haben. In einer live im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache sagte Peseschkian am Samstag, diese Länder hätten ‍die wirtschaftlichen Probleme des Iran ausgenutzt, um ​die Gesellschaft zu spalten. Ausländische Kräfte für innenpolitische Probleme und regimekritische Demonstrationen verantwortlich zu machen, ist gängige Propaganda des iranischen Regimes.

Die zweiwöchigen landesweiten Proteste hatten sich Ende Dezember an der Wirtschaftskrise, der hohen Inflation und den gestiegenen Lebenshaltungskosten entzündet. Das Regime ließ die Demonstrationen blutig niederschlagen, tausende Menschen wurden von Sicherheitskräften getötet. US-Präsident Trump hatte wiederholt seine Unterstützung für die Demonstranten bekundet und einen Marineverband mit einem Flugzeugträger in die Region ⁠entsandt.