Katherina Reiche will Energiepartnerschaft mit Saudi-Arabien schließen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will auf ihrer Reise nach Saudi-Arabien eine Energiepartnerschaft unterzeichnen. Sie verfolge drei wichtige Ziele, sagte sie vor ihrem Abflug nach Riad: die Vertiefung der Beziehungen beider Länder, die Unterstützung deutscher Unternehmen bei Investitionen im Königreich und das Werben um saudisches ‍Kapital für den Standort Deutschland. Bei ihrer Reise wird Reiche von ​einer Delegation aus 35 Unternehmen und elf Start-ups begleitet.

Saudi-Arabien sei für Deutschland ein strategischer Partner – wirtschaftlich, energiepolitisch und technologisch, sagte Reiche. Beide Länder wollten ihre Partnerschaft insbesondere in den Bereichen Energie, Start-ups, künstliche Intelligenz, Verteidigung und Zukunftstechnologien vertiefen.

Reiches Reise ist bis Dienstag angesetzt. Auf dem Programm stehen nach Angaben ihres Ministeriums bilaterale Gespräche zum Ausbau der deutsch-saudischen Kooperation und eine Sitzung der gemischten Wirtschaftskommission zusammen mit dem saudi-arabischen Energieminister Prinz bin Abdulasis al-Saud. In Dschidda wolle Reiche zudem Unternehmen besuchen und den Grundstein für neue Fabrikgebäude der Juffali Commercial Vehicles legen, des örtlichen Vertragsproduzenten von Mercedes-Benz Trucks und der Saudi Liebherr Company. Am Mittwoch reist auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in die Golfregion.

Exporte nach Saudi-Arabien gestiegen

Deutschland sei der wichtigste Wirtschaftspartner Saudi-Arabiens innerhalb der Europäischen Union, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Das bilaterale Handelsvolumen liege bei über zehn Milliarden Euro, wobei die deutschen Exporte im vergangenen Jahr deutlich gestiegen seien. Derzeit sind den Angaben zufolge mehr als 800 deutsche Unternehmen in Saudi-Arabien aktiv. 

Die Investitionsprogramme Saudi-Arabiens in Bereichen wie Infrastruktur, erneuerbare Energien, digitale Technologien, Tourismus und Bergbau eröffneten "attraktive Marktchancen für deutsche Unternehmen", teilte das Ministerium mit. Saudi-Arabien könne außerdem ein zentraler Energiepartner für Deutschland werden, insbesondere im Hinblick auf den Aufbau einer globalen sauberen Wasserstoffwirtschaft.

Zu der Wirtschaftsdelegation gehören nach ​Informationen der Nachrichtenagentur Reuters auch die Vorstandschefs von Siemens Energy, Christian Bruch, und Thyssenkrupp, Miguel López. Auch die Chefs des Energiekonzerns Uniper, des ⁠Versorgers EnBW sowie von Sefe sind Insidern zufolge dabei.