Norwegische Diplomatin tritt wegen Epstein-Verbindungen zurück

Aufgrund ihrer Verwicklungen in den Epstein-Skandal hat die norwegische Diplomatin Mona Juul ihr Amt als Botschafterin niedergelegt. Wie das norwegische Außenministerium in Oslo mitteilte, trat Juul nach der Einleitung von Ermittlungen als Botschafterin in Jordanien und im Irak zurück. Wegen ihrer Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein war sie zu Beginn der Woche bereits suspendiert worden. Ihr Anwalt teilte mit, der Rücktritt sei freiwillig erfolgt und Juul werde vollumfänglich bei der Aufklärung kooperieren.

Juuls Kontakt mit Jeffrey Epstein habe ein "schwerwiegendes Versagen ihres Urteilsvermögens" offenbart, sagte Norwegens Außenminister Espen Barth Eide laut einer Mitteilung. "Der Fall macht es schwer, das Vertrauen wiederherzustellen, das für die Rolle notwendig ist." Eide nannte Juuls Rücktrittsentscheidung deshalb "richtig und notwendig".

Juuls Kinder waren als Erben von Epstein bedacht

Juul und ihr Mann, der frühere Topdiplomat Terje Rød-Larsen, standen nach den jüngsten Veröffentlichungen der Epstein-Akten, die ihre Verbindungen zu dem Sexualstraftäter belegten, unter Druck. Norwegischen Medienberichten zufolge tauchen die beiden Kinder des Paars in Epsteins Testament als Erben einer Summe von insgesamt zehn Millionen Dollar (8,5 Millionen Euro) auf. Kurz vor seinem Tod soll Epstein das Testament unterschrieben haben.

Die 66-Jährige zählt zu den bekanntesten Diplomatinnen Norwegens. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Terje Rød-Larsen war sie in den 1990er-Jahren maßgeblich am Friedensabkommen von Oslo beteiligt, das auf eine Lösung des Nahostkonflikts zielte.

Epstein-Akten offenbaren immer mehr Verbindungen mit Prominenten

Die Affäre um Jeffrey Epstein hat international weitere Konsequenzen. In Großbritannien trat am Sonntag Morgan McSweeney, Stabschef von Premierminister Keir Starmer, zurück, in Frankreich legte der frühere Kulturminister Jack Lang sein Amt als Präsident des Instituts der Arabischen Welt nieder. In Norwegen entschuldigte sich Kronprinzessin Mette-Marit erneut für frühere Kontakte zu Epstein. 

Der US-Multimillionär Jeffrey Epstein starb 2019 in Untersuchungshaft, wo er auf seinen Prozess wegen Menschenhandels und sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wartete. Er soll unter anderem ‍Prominenten und Reichen Minderjährige zugeführt haben. Das US-Justizministerium hat in den vergangenen Monaten nach jahrelangen Konflikten in mehreren Schritten die Akten des Epstein-Falls veröffentlicht, die ein großes Netzwerk des sexuellen Missbrauchs von jungen Frauen und Minderjährigen offenbaren.