Tausende demonstrieren in Berlin gegen iranisches Regime

Tausende Menschen haben am Samstag in Berlin gegen das iranische Regime demonstriert und Solidarität mit den Menschen im Iran gefordert. Nach Polizeiangaben versammelten sich rund 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Brandenburger Tor zu einer Kundgebung unter dem Motto "Freiheit für Iran".

Die Demonstration verlief laut Polizei "absolut friedlich" und wurde von etwa 380 Einsatzkräften begleitet. Die Teilnehmenden zogen vom Brandenburger Tor über den Potsdamer Platz und anschließend wieder zurück. Unterstützt wurde die Kundgebung von zahlreichen internationalen Organisationen und iranischen Vereinen aus mehreren europäischen Ländern.

Hunderte beteiligte Vereine und mehrere Demonstrationen

Zu der Kundgebung hatte ein breites Bündnis internationaler Organisationen aufgerufen, unter anderem über soziale Medien, Flugblätter und Anzeigenkampagnen. Nach Angaben der Veranstalter unterstützten rund 340 internationale Organisationen sowie politische Persönlichkeiten die Demonstration. Das Deutsche Solidaritätskomitee für einen freien Iran sprach von Beteiligung durch insgesamt 312 iranische Vereine aus mehreren europäischen Ländern.

Parallel fand am Potsdamer Platz unter dem Titel "Helfen Sie Iran. Mullahs Regierung muss weg" eine zweite Demonstration statt, die nach Angaben der Veranstalter von einer breiten Allianz unabhängiger Bürgerinnen und Bürger getragen wurde. Laut Polizei beteiligten sich etwa 1.600 Menschen an diesem Protestzug, der zum Alexanderplatz führte.

Angehörige von Opfern unter den Teilnehmenden

Nach Angaben der Organisatoren nahmen zahlreiche Angehörige von Menschen teil, die während der jüngsten Proteste im Iran getötet oder festgenommen worden sein sollen. Viele Demonstrierende schwenkten iranische Fahnen.

Hintergrund der Proteste ist eine schwere Wirtschaftskrise im Iran mit hoher Inflation, die Ende Dezember neue Demonstrationen ausgelöst hatte. Diese entwickelten sich zu politischen Protesten gegen das Herrschaftssystem, auf die Sicherheitskräfte gewaltsam reagierten.

Iranische Menschenrechtsgruppen berichten von mehr als 6.000 Getöteten, teilweise werden auch deutlich höhere Zahlen genannt. Eine unabhängige Überprüfung ist wegen der Informationslage im Land kaum möglich.