SPD und FDP kündigen Konsequenzen aus Landtagswahl an
Der Landespartei- und Fraktionschef der SPD in Baden-Württemberg, Andreas Stoch, hat seinen Rückzug angekündigt. Das sagte er nach dem historisch schlechten Wahlergebnis für seine Partei vor Anhängern in Stuttgart an. Er wolle der Partei und der Fraktion eine Neuaufstellung vorschlagen.
"Viele Menschen in diesem Land brauchen eine starke, eine wieder erstarkende SPD", sagte Stoch. Er werde die Neuaufstellung nach Kräften unterstützen. Die SPD kommt nach ersten Hochrechnungen auf etwa 5,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. Bei der vorherigen Landtagswahl 2021 waren es noch 11,0 Prozent gewesen.
SPD-Chef Lars Klingbeil erklärte sich das schwache Abschneiden seiner Partei mit der "Dynamik" des Zweikampfs zwischen Grünen und CDU. "Es ging nur noch um die Frage: Cem Özdemir oder Manuel Hagel. Wer soll Ministerpräsident in Baden-Württemberg werden?", sagte Klingbeil im ZDF. Er sprach von einem "total bitteren Abend" für die SPD.
Sein Anspruch sei weiter, dass die Sozialdemokraten in der gesamten
Bundesrepublik für den "Charakter" einer Volkspartei kämpften. Dafür
werde sich die SPD in Baden-Württemberg neu aufstellen.
Landtagswahl 2026 : Ergebnisse der Wahl in Baden-Württemberg live
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Stimmenverteilung: Hochrechnung
70,5 % Wahlbeteiligung • Stand: 22.55 Uhr •Quelle:-
Grüne
30,3 % −2,3’21 2026 -
CDU
29,7 % +5,6 -
AfD
18,7 % +9,0 -
SPD
5,5 % −5,5 -
Linke
4,4 % +0,8 -
FDP
4,4 % −6,1
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Mögliche Koalitionen
Mehrheit mit 80 Sitzen-
Grüne +CDU
113 Sitze -
CDU +SPD
66 Sitze
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Wahlkreise
69 / 70 ausgezählt
Stoch trat für die SPD bereits zum zweiten Mal bei einer Landtagswahl an. Der 56 Jahre alte Rechtsanwalt stammt aus Heidenheim und war in der grün-roten Koalition von 2013 bis 2016 Kultusminister von Baden-Württemberg. Seit 2016 leitete er die Fraktion der SPD im Landtag. Zwei Jahre später wählten die Genossen ihn zum Landesparteivorsitzenden. Erklärtes Ziel Stochs war es, seine Partei nach zehn Jahren Opposition wieder in die Regierung zu führen.
FDP-Chef Rülke knüpft Amt an Einzug in den Landtag
Für den Fall, dass seine Partei aus dem Landtag ausscheidet, will auch der FDP-Spitzenkandidat und -Landeschef Hans-Ulrich Rülke "die entsprechende Verantwortung übernehmen." Zunächst gelte es jedoch abzuwarten, was der Abend noch bringe, sagte Rülke im ZDF. Das Abschneiden seiner Partei in Baden-Württemberg wertete Rülke als einen "Rückschlag" für die FDP im Bund.
Der Bundesparteivorsitzende Christian Dürr sprach in der ARD von einem "bitterem Wahlabend." Wie Klingbeil verwies auch der FDP-Politiker auf das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Grünen, durch das seine Partei unter Druck geraten sei. Das Ergebnis bedeute jedoch nicht "das Ende" der FDP. "Wir sind nach der Bundestagswahl bei null gestartet und mir war klar, dass das ein Marathonlauf wird und kein Sprint ist", sagte er. Dazu gehörten auch Niederlagen, die Partei sei mitten in der Erneuerung. Die FDP liegt in Hochrechnungen bei 4,5 Prozent und wäre mit diesem Ergebnis erstmals nicht mehr im Landtag von Baden-Württemberg vertreten.
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