„Die Aktivierung von Artikel 5 wäre das Ende der Nato“, warnt Herfried Münkler
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
23:55 Uhr – Hisbollah meldet Angriffe auf israelische Truppen im Südlibanon
Kämpfer der pro-iranischen Hisbollah-Miliz haben eigenen Angaben zufolge israelische Truppen in dem Dorf Chiam im Südlibanon angegriffen. Die Ansammlung israelischer Soldaten sei „mit einem Raketenhagel“ ins Visier genommen worden, erklärte die Hisbollah am Montagabend. Zuletzt hatte die Miliz wiederholt Angriffe auf israelische Truppen in Chiam gemeldet, dem ersten Ort, in den die israelische Armee nach Beginn des Krieges vorgerückt war.
Nach dem Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar hatte die vom Iran finanzierte Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen. Seither nimmt die israelische Armee Ziele im Libanon ins Visier, insbesondere in Gebieten, die als Hisbollah-Hochburgen gelten. Dazu zählen der Süden des Landes, die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut und die ostlibanesische Bekaa-Ebene.
23:45 Uhr – Raketenangriff auf US-Botschaft in Bagdad abgewehrt, Hoteldach in Brand geraten
Die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen erneut Ziel eines Raketenangriffs geworden. Die Luftabwehr habe vier Raketen abgewehrt, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte am Montag.
Ein Hotel, das wie die Botschaft in der streng gesicherten „Grünen Zone“ liegt, wurde nach Angaben des irakischen Innenministeriums von einer Drohne getroffen. Augenzeugen berichteten von einem Feuer auf dem Dach des Luxushotels, in dem regelmäßig internationale Treffen stattfinden. Dem Innenministerium zufolge gab es keine Verletzten und es entstand auch kein größerer Sachschaden.
In der „Grünen Zone“ befinden sich neben der US-Botschaft weitere diplomatische Vertretungen sowie Einrichtungen der irakischen Regierung und internationale Institutionen.
Iraks Nachbarland Iran wird seit Ende Februar von Israel und den USA massiv aus der Luft angegriffen. Teheran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.
23:05 Uhr – Israels Präsident nennt Iran-Krieg „Wendepunkt“ für den Nahen Osten
Der israelische Präsident Isaac Herzog hat den Iran-Krieg als „historischen Wendepunkt“ für den gesamten Nahen Osten bezeichnet. „Es kommt ein Moment, in dem nach endlosen Kriegen, Blutvergießen und Terror während deutlich mehr als einer Generation die aus Teheran kommende Grundursache blockiert und beseitigt wird“, sagte Herzog am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur AFP. Die Richtung, in die sich die gesamte Region entwickele, werde sich dadurch ändern.
In dem Interview appellierte Herzog auch an die Europäer, Israel in seinem Kampf gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon zur Seite zu stehen. Die israelische Armee hatte zuvor einen „gezielten Bodeneinsatz“ gegen Stellungen Hisbollah-Miliz im Südlibanon bekanntgegeben. „Europa sollte jegliche Anstrengung (...) unterstützen, die Hisbollah jetzt auszumerzen“, sagte Herzog. „Sie sollten verstehen, dass man manchmal einen Krieg gewinnen muss, wenn man etwas erreichen will.“
22:28 Uhr – Iran droht USA mit Vergeltung
Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfasl Schekartschi, droht den USA für den Fall weiterer Angriffe auf die Ölinsel Charg mit Vergeltung. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim sagt er, dass der Iran sämtliche Öl‑ und Gasanlagen von Staaten zerstören werde, die an möglichen Angriffen beteiligt seien.
20:27 Uhr – Abu Dhabi: Feuer auf Ölfeld nach Drohnenangriff
Auf dem Öl- und Erdgasfeld Schah in Abu Dhabi ist nach offiziellen Angaben ein Feuer ausgebrochen. Ursache sei ein Drohnenangriff, teilt das Medienamt des Emirats mit. Berichte über Verletzte liegen zunächst nicht vor. Das Feld gehört zu den weltweit größten seiner Art und liegt 180 Kilometer südwestlich von Abu Dhabi.
20:20 Uhr – Journalisten: Heftige Explosion in Bagdad – Rauch über „Grüner Zone“
In der irakischen Hauptstadt Bagdad hat es eine starke Explosion gegeben. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen Rauch über der sogenannten Grünen Zone im Zentrum der Stadt.
In dem stark abgesicherten Gebiet befinden sich die US-Botschaft und andere diplomatische Vertretungen, aber auch internationale Institutionen und Einrichtungen der irakischen Regierung. Auch ranghohe Politiker und andere Würdenträger wohnen dort.
19:55 Uhr – Militär: 200 US-Soldaten seit Beginn des Kriegs verletzt
Die Zahl der seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran verletzten US-Soldaten ist weiter gestiegen. Tim Hawkins, Sprecher des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos (Centcom), sagte der Nachrichtenagentur AP, bislang seien etwa 200 Angehörige des US-Militärs verletzt worden. Jedoch seien mehr als 180 von ihnen bereits in den Dienst zurückgekehrt. Zehn Militärangehörige würden als schwer verletzt eingestuft.
Centcom hat nicht aufgeführt, wann oder wo die Soldaten verletzt wurden. Angaben zur Art ihrer Verletzungen hat das Regionalkommando ebenfalls nicht gemacht. Seit der Krieg begann, sind nach offiziellen Angaben mindestens 13 US-Soldaten gefallen.
Gedenkecke für amerikanische Soldaten, die im Krieg mit Iran getötet wurden18:45 Uhr – Libanon: Mehr als eine Million Menschen durch Krieg vertrieben
Im Libanon sind Behördenangaben zufolge seit dem Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Insgesamt 1.049.329 Menschen hätten sich auf der Onlineplattform des Sozialministeriums als vertrieben gemeldet, erklärten die libanesischen Behörden. Rund 132.700 der Menschen seien in 600 Notunterkünften untergebracht.
17:50 Uhr – EU-Außenbeauftragte: Keine Ausweitung von Marinemission auf Hormus
Die EU-Außenminister haben nach Angaben der Außenbeauftragten Kaja Kallas derzeit kein Interesse an einer Ausweitung des Mandats der Marinemission „Aspides“ auf die Straße von Hormus. Es gebe zwar den klaren Wunsch, den Einsatz zu stärken, sagt Kallas nach einem Treffen in Brüssel. Für eine Änderung des Mandats fehle jedoch momentan die Bereitschaft. Bislang konzentriert sich die Mission vor allem auf das Rote Meer.
17:36 Uhr – Merz bezeichnet israelische Bodenoffensive im Libanon als „Fehler“
Bundeskanzler Merz hat vor den Folgen einer israelischen Bodenoffensive im Libanon gewarnt. Eine solche Offensive würde die „hoch angespannte humanitäre Lage und das dramatische Fluchtgeschehen weiter verschärfen“, sagte Merz in Berlin. „Deshalb fordern wir unsere israelischen Freunde eindringlich auf: Schlagt diesen Weg nicht ein. Es wäre ein Fehler.“
17:22 Uhr – Merz: Deutschland beteiligt sich nicht an der Sicherung der Straße von Hormus
Kanzler Friedrich Merz unterstreicht, dass sich Deutschland nicht an der Sicherung der Straße von Hormus beteiligen wird. „Die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel haben uns vor diesem Krieg auch nicht konsultiert. Zu Iran hat es eine gemeinsame Entscheidung über das Ob nie gegeben“, sagt Merz. „Deshalb stellt sich auch nicht die Frage, wie sich Deutschland hier militärisch einbringt. Wir werden es nicht tun“, so der Kanzler.
16:57 Uhr – Jerusalem: Teile von iranischer Rakete stürzen nahe Grabeskirche zu Boden
Teile einer abgefangenen iranischen Rakete sind auf das Dach des griechisch-orthodoxen Patriarchats in Jerusalem gestürzt. Dieses liegt nur wenige Meter von der Grabeskirche entfernt, die an der Stelle errichtet wurde, an der Jesus nach christlicher Überlieferung begraben wurde und auferstanden ist. Berichte über Verletzte lagen nicht vor.
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren ein Haus im Osten Jerusalems, bei dem ein Fragment einer iranischen Rakete in das Dach eingeschlagen war16:44 Uhr – Herfried Münkler: „Die Aktivierung von Artikel 5 wäre das Ende der Nato“
US-Präsident Trump fordert einen Nato-Einsatz in der Straße von Hormus und übt Druck auf die Verbündeten aus. Im „Handelsblatt“ warnt der renommierte Politologe Herfried Münkler nun: „Die Aktivierung von Artikel 5 wäre das Ende der Nato, denn damit würde sich das Bündnis aus einem Defensiv- in ein Offensivbündnis verwandeln.“ Die Planung des US-Militäreinsatzes im Iran bezeichnete er als „nachlässig“.
Jedes Mitglied könne in diesem Szenario ein beliebiges Land angreifen und, sobald es in Schwierigkeiten gerate, die Hilfe der anderen anfordern.
Weiter sagt Münkler, man könne darüber nachdenken, „den USA in der Straße von Hormus aus der Patsche zu helfen, zumal sich argumentieren lässt, dass die Blockade der Straße von Hormus ein Angriff auf den Welthandel ist“. Dafür solle Europa jedoch einen Preis einfordern – nämlich eine stärkere Unterstützung der Ukraine durch die USA.
16:08 Uhr – EU verhängt Sanktionen gegen Iran – wegen Niederschlagung von Protesten
Die Europäische Union verhängt Sanktionen gegen 16 Personen und drei Organisationen wegen möglicherweise schwerer Verletzungen der Menschenrechte im Iran. „Die neuen Sanktionen richten sich gegen eine Reihe von Personen und Organisationen, die eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der Straßenproteste im Januar 2026 gespielt haben, die zu Tausenden von Opfern unter der Zivilbevölkerung geführt haben“, erklärt der Rat der EU in einer Stellungnahme.
14:44 Uhr – Insider: Iran fordert von Indien Freigabe von Tankern für freie Passage
Der Iran nutzt nach Angaben von Insidern die Blockade der Straße von Hormus als Hebel in Verhandlungen mit Indien. Die Regierung in Teheran fordert die Freigabe von drei im Februar festgesetzten Tankern als Gegenleistung für die sichere Passage indischer Schiffe durch die strategisch wichtige Meerenge, wie die Nachrichtenagentur Reuters von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr.
14:16 Uhr – Journalisten berichten von Explosionen in Doha und Jerusalem
In der Hauptstadt von Katar, Doha, sind nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP mehrere Explosionen zu hören gewesen. Das Verteidigungsministerium des Golfemirats teilte im Onlinedienst X mit, die Streitkräfte hätten einen gegen Katar gerichteten Raketenangriff abgewehrt.
Auch über Jerusalem sind nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP Explosionen zu hören gewesen. Die israelische Armee erklärte, Raketen identifiziert zu haben, die vom Iran aus in Richtung Israel abgefeuert worden seien. Die meisten der vom Iran auf Israel abgefeuerten Raketen werden von der Luftabwehr abgefangen, doch die auf den Boden fallenden Trümmer oder Geschosse sorgen regelmäßig für Verletzte und Schäden.
13:19 Uhr – US-Geheimdienst: Irans verstorbener Führer hatte Zweifel an seinem Sohn als Nachfolger
US-Geheimdienste sollen Präsident Trump mitgeteilt haben, dass Irans getöteter Oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, Bedenken hatte, seinen Sohn als Nachfolger zu sehen. Das sagten mehrere anonyme Quellen dem US-Nachrichtensender CBS.
Laut einer Analyse habe der ältere Chamenei seinem Sohn, Modschtaba Chamenei, misstraut und wollte nicht, dass er jemals die Macht übernimmt. Quellen zufolge wurde er als nicht besonders klug und als ungeeignet für die Rolle des obersten Führers wahrgenommen.
US-Präsident Trump erklärte außerdem, dass Iran derzeit praktisch führungslos sei. Nach Einschätzung des Weißen Hauses haben aktuell vor allem die Revolutionsgarden die Kontrolle im Land.
12:35 Uhr – Straße von Hormus laut Iran nur für Feinde und deren Verbündete gesperrt
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat die De-Facto-Blockade der Meerenge von Hormus bestritten. Die für die weltweite Ölversorgung wichtige Wasserstraße sei nur für Schiffe der USA, Israels und von deren Verbündeten gesperrt, sagte Araghtschi am Montag in Teheran. „Aus unserer Sicht ist sie offen“, sagte er über die Meerenge. „Sie ist nur für unsere Feinde geschlossen, für diejenigen, die eine ungerechtfertigte Aggression gegen unser Land verübt haben, und für ihre Verbündeten.“
12:18 Uhr – Iran warnt vor „Angriffen unter falscher Flagge“
Der Iran warnt vor militärischen Täuschungsmanövern durch Israel und die USA. „Unsere Streitkräfte erklären mutig und ehrenhaft jedes Ziel, das sie angreifen“, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai bei einer Pressekonferenz, wie sein Außenministerium mitteilte. Seinen Worten nach sei es denkbar, dass die USA oder Israel „Angriffe unter falscher Flagge“ ausführten.
Als Beispiel nannte Baghai einen Drohnenangriff im Golfstaat Oman. Die US-Streitkräfte hätten eine mit Sprengstoff beladene Kamikazedrohne nachgebaut, sagte der Sprecher. Er äußerte die Sorge, dass etwaige Angriffe auch auf Ziele im US-Festland fälschlicherweise dem Iran zugeschrieben werden könnten. Die amerikanische Bundespolizei FBI hatte vor wenigen Tagen vor derartigen Angriffen in Kalifornien gewarnt, wie der Sender ABC News berichtete.
09:35 Uhr – Israel meldet Zerstörung von Chameneis Regierungsflieger
Israels Militär hat die Zerstörung eines iranischen Regierungsfliegers gemeldet, der in der Vergangenheit vom getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei genutzt worden sein soll. „Damit wurde dem iranischen Regime ein weiteres strategisches Gut entzogen“, hieß es in einem auf Persisch verfassten Beitrag der israelischen Streitkräfte auf X. Der Flieger sei für Flüge im In- und Ausland verwendet worden.
Irans oberster Führer Chamenei wurde am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff in der Hauptstadt Teheran getötet. Offiziell flog das Staatsoberhaupt seit seiner Ernennung 1989 zum Religionsführer nie ins Ausland. Chamenei reiste jedoch gelegentlich in die iranischen Provinzen. Der Flughafen Mehrabad, Sitz der iranischen Regierungsflotte, wurde in den vergangenen Tagen mehrfach bombardiert.
08:29 – Wadephul weist Trump-Forderung zurück
Verbündete der USA reagieren ablehnend auf die Forderung von US-Präsident Donald Trump, sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Bundesaußenminister Johann Wadephul erklärte, eine dementsprechende Ausweitung des EU-Einsatzes Aspides sei unwahrscheinlich. „Ich bin sehr skeptisch“, sagte der CDU-Politiker in der ARD. Aspides war nach Angriffen der Huthi-Rebellen im Jemen auf Handelsschiffe im Zuge des Gaza-Kriegs gegründet worden und soll die zivile Schifffahrt in der Region um das Rote Meer schützen. Wadephul bekräftigte, Deutschland werde sich nicht aktiv am Nahost-Konflikt beteiligen. Japan und Australien erklärten am Montag, sie planten keine Entsendung von Kriegsschiffen in die für die weltweite Ölversorgung wichtige Wasserstraße zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel.
07:31 Uhr – Israels Armee bestätigt „begrenzte“ Bodeneinsätze im Libanon
Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen „begrenzte und gezielte Bodeneinsätze“ im Süden des Nachbarlands Libanon begonnen. Ziel seien in der Gegend aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz, teilte Israels Armee mit. Die Einsätze am Boden seien „Teil umfassenderer Verteidigungsmaßnahmen“, um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schützen. Die „Times of Israel“ hatte bereits am Wochenende berichtet, dass israelische Bodentruppen bei Kämpfen im Südlibanon Dutzende Milizionäre der irantreuen Hisbollah getötet hätten.
07:07 Uhr – Trump fordert Nato-Beteiligung in Straße von Hormus
US-Präsident Trump drängt im Iran-Krieg die Nato-Verbündeten mit konfrontativen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der wichtigen Straße von Hormus. Die Nato werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner der USA dabei nicht helfen, sagte Trump in einem kurzen Interview der „Financial Times“. Sollte es „keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der Nato sein“, wurde Trump zitiert.
In dem achtminütigen Gespräch mit der „Financial Times“ erwähnte Trump auch China. Die Volksrepublik sei wie Europa – und anders als die USA – stark vom Öl aus der Golfregion abhängig, wurde Trump weiter zitiert. Tatsächlich beziehen die Europäer aber nur einen Bruchteil der Ölmenge aus dieser Weltregion, den China von dort importiert.
Es sei „nur angemessen, dass diejenigen, die von der Meerenge profitieren, dazu beitragen, dass dort nichts Schlimmes passiert“, wurde der Republikaner zitiert. Trotz seiner Warnung an die Adresse der Nato zeigte er sich demnach pessimistisch, dass die Verbündeten seinen Appellen Gehör schenken würden. „Wir hätten ihnen in der Ukraine nicht helfen müssen. Die Ukraine ist Tausende von Kilometern von uns entfernt. Aber wir haben ihnen geholfen“, wurde Trump mit Blick auf die Nato zitiert. „Jetzt werden wir sehen, ob sie uns helfen. Denn ich habe schon lange gesagt, dass wir für sie da sein werden, sie aber nicht für uns. Und ich bin mir nicht sicher, ob sie da sein werden.“
Auf die Frage der „Financial Times“, welche Hilfe er genau erwarte, habe Trump erwidert: „Was auch immer nötig ist.“ Er habe hinzugefügt, dass die Verbündeten Minensuchboote entsenden sollten, von denen Europa viel mehr besitze als die USA. Außerdem deutete er an, dass er Hilfe dabei erwarte, „einige böswillige Akteure an der (iranischen) Küste auszuschalten“.
US-Präsident Trump verlässt das Weiße Haus05:50 Uhr – EU sucht Lösungen für hohe Energiepreise
Auch gut zwei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs ist Europa weiter ausreichend mit Öl und Gas versorgt – aber die Preise steigen. In Brüssel wird nach Lösungen gesucht. Vor dem Hintergrund steigender Preise treffen sich am Montag die Energieminister der EU in Brüssel. Das Treffen dient der Vorbereitung des EU-Gipfels am Donnerstag, bei dem es unter anderem um mögliche Entlastungen für Privathaushalte und Unternehmen angesichts der steigenden Energiepreise gehen soll.
03:05 Uhr – Japan: Vorerst kein Marine-Einsatz in der Straße von Hormus
Japan plant Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zufolge derzeit keine Entsendung der Marine zum Schutz von Schiffen im Nahen Osten. Es sei noch keine Entscheidung getroffen worden, sagte Takaichi im Parlament. Die Regierung prüfe weiterhin, was Japan im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten tun könne. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Verbündete aufgefordert, Öltanker in der Straße von Hormus zu schützen. Eine formelle Anfrage der USA liegt Takaichi zufolge jedoch noch nicht vor.