US-Präsident Donald Trump erneuert Kritik an Friedrich Merz
Die Beziehung zwischen US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz scheint sich weiter abzukühlen. Trump griff den Kanzler abermals per Onlinepost an: Merz solle sich auf die Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine konzentrieren und weniger Zeit damit verbringen, sich in die Bemühungen zur Bekämpfung der iranischen Nuklearbedrohung einzumischen, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform. Er warf Merz vor, im Ukrainekrieg bislang »völlig wirkungslos« gewesen zu sein.
Deutschland bezeichnete Trump als »kaputtes« Land. Merz solle sich daher lieber darum kümmern, das Land – vor allem in den Bereichen Energie und Migration – wieder aufzubauen, schrieb der Präsident. Später legte Trump bei einem Pressetermin im Weißen Haus noch nach und sagte, Merz mache »einen schrecklichen Job«.
Trump droht mit Truppenabbau
Zuvor hatte der US-Präsident damit gedroht, die Truppenstärke der USA in Deutschland zu reduzieren und kündigte eine Überprüfung an. Deutschland ist der wichtigste Knotenpunkt für die US-Armee in Europa. Insgesamt sind Zehntausende Soldatinnen und Soldaten auf mehreren Stützpunkten stationiert. Zu den militärisch bedeutsamsten gehört die Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz. Für die USA ist sie die zentrale Luftdrehscheibe für Europa und den Nahen Osten. Für die anliegenden Gemeinden sind die US-Stützpunkte ein erheblicher Wirtschaftsfaktor.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) reagierte gelassen auf Trumps Androhung. »Wir sind darauf eingestellt, wir sprechen eng und vertrauensvoll in allen Nato-Gremien darüber und erwarten dazu amerikanische Entscheidungen«, sagte Wadephul. Schon frühere US-Regierungen hätten eine Überprüfung ihrer Truppenpräsenz angekündigt. Die großen US-Militärstützpunkte in Deutschland stünden »überhaupt nicht infrage«. So habe der Militärstützpunkt in Ramstein »für die USA und für uns jeweils eine unersetzliche Funktion«, sagte Wadephul. Dies gelte auch für das US-Krankenhaus in Landstuhl, den Truppenübungsplatz in Grafenwöhr und das US-Hauptquartier in Stuttgart.