Europäischer Gaspreis steigt um 20 Prozent innerhalb einer Woche
Der Preis für europäisches Erdgas ist auf den höchsten Stand seit fast einem halben Jahr gestiegen. Ausschlaggebend sind eine ungewöhnlich kalte Witterung in Teilen Europas, sinkende Speicherstände und die angespannte Lage im Iran. Im Verlauf der Handelswoche hat sich Erdgas um rund 20 Prozent verteuert.
An der Börse in Amsterdam wurde der richtungweisende Terminkontrakt TTF für europäisches Erdgas zur Auslieferung in einem Monat am Morgen bei 34,30 Euro je Megawattstunde gehandelt. Das ist der höchste Wert seit August und der kräftigste Wochenanstieg seit Oktober 2023. Die europäischen Reserven liegen derzeit bei rund 52 Prozent und damit deutlich unter dem saisonüblichen Durchschnitt von etwa 67 Prozent.
Steigende Nachfrage aus China
Zur Unruhe an den Energiemärkten trägt zudem die angespannte Lage im Iran bei, der ein wichtiger Gaslieferant für die Türkei ist. Die US-Regierung hat Ländern, die mit dem Iran Geschäfte machen, neue Zölle von 25 Prozent angedroht. Sollten Lieferungen aus dem Iran ausfallen, müsste die Türkei verstärkt auf andere Quellen ausweichen und damit möglicherweise in direktere Konkurrenz zu europäischen Staaten um verfügbare Gasmengen treten.
Hinzu kommt eine steigende Nachfrage in China, dem größten Importeur von Flüssiggas weltweit. Wenn mehr Tankerladungen nach Asien gehen, verschärft das den Wettbewerb um verfügbare LNG-Kapazitäten, was die Preise in Europa weiter treiben kann.
Wie sich Gaspreise, Speicherstände und der Ausbau der erneuerbaren Energien entwickeln, zeigt der Energiemonitor der ZEIT mit laufend aktualisierten Daten zur Energieversorgung.