Deutsche Inflationsrate steigt im Januar auf 2,1 Prozent
Das Leben in Deutschland hat sich zu Beginn des neuen Jahres wieder stärker verteuert. Die Verbraucherpreise lagen im Januar um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats – nach 1,8 Prozent Inflation im Dezember, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Von Dezember 2025 auf Januar 2026 stiegen die Verbraucherpreise nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde um 0,1 Prozent. Vor allem die Nahrungsmittelpreise und Kosten für Dienstleistungen verteuerten sich deutlich.
Für Lebensmittel mussten die Menschen hierzulande im Januar 2,1 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Im Dezember hatten die Nahrungsmittelpreise um 0,8 Prozent angezogen. Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren nach Daten aus den Bundesländern im Januar Kaffee, Schokolade und Fleisch, aber auch Obst und Gemüse.
Betriebe behalten Steuerersparnis oft
Preistreiber im Januar blieben zudem Dienstleistungen, die sich überdurchschnittlich um 3,2 Prozent verteuerten. Hier schlägt sich die Verteuerung des Deutschlandtickets für bundesweite Fahrten im Regional- und Nahverkehr nieder. Zudem spüren Kunden in vielen Restaurants und Cafés nichts davon, dass zum Jahreswechsel die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde. Viele Betriebe behalten die Steuerersparnis ein.
Entlastung gab es dafür bei den Energiepreisen: Energie war nach Angaben des Bundesamtes im Januar 1,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Im Dezember hatten die Energiepreise um 1,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Mehrere statistische Landesämter berichteten, dass im Januar Strom und Gas günstiger waren als ein Jahr zuvor, während sich Sprit verteuerte. Ein Grund: Zuletzt stiegen die Rohölpreise wegen des Iran-Konflikts auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Zudem stieg die CO₂-Bepreisung.
Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die sogenannte Kerninflation, lag bei 2,5 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt in der Währungsunion mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent an. Die endgültigen Ergebnisse für Januar veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 17. Februar.
Fachleute erwarten Inflationsrate von knapp über zwei Prozent für 2026
Im Durchschnitt des vergangenen Jahres stiegen die Verbraucherpreise hierzulande um 2,2 Prozent – wie schon 2024. Im Dezember drückten jedoch günstigere Energie sowie eine Entspannung bei den Nahrungsmittelpreisen die jährliche Teuerungsrate mit 1,8 Prozent erstmals wieder unter die Marke von zwei Prozent seit September 2024.
Mit einer erneuten Teuerungswelle wie nach Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine 2022 rechnen Volkswirte für 2026 nicht. Nach ihrer Einschätzung spricht manches dafür, dass die Inflationsrate im Jahresschnitt knapp über zwei Prozent liegen wird: Neben dem Preisanstieg beim Deutschlandticket sorgte die Erhöhung des Mindestlohns, die sich auf den Dienstleistungssektor auswirkt, für Aufwärtsdruck.