Bosch meldet Gewinneinbruch um fast die Hälfte
Beim Technologieunternehmen Bosch ist der operative Gewinn, also der Wert vor Zinsen und Steuern, um fast die Hälfte zurückgegangen. Das teilte der Konzern mit. So sank der operative Gewinn um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Schon im Jahr zuvor war der Wert um ein Drittel zurückgegangen.
2,7 Milliarden Euro zahlte der Konzern zuletzt für den laufenden Abbau Tausender Arbeitsplätze. Ohne die Kosten für den Abbau von Arbeitsplätzen wäre der operative Gewinn damit um mehr als eine Milliarde Euro gestiegen. Weil es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt, trennt sich das Unternehmen über Abfindungen von seinen Mitarbeitenden.
Autozulieferer erwartet keine Besserung für 2026
Bosch investiert seit Jahren Milliarden in die Zukunft von unter anderem Elektromobilität. Der Umschwung zum E-Auto kam in Europa bisher jedoch nicht so voran, wie erhofft. Ein Risikofaktor sind laut dem Konzernchef Stefan Hartung die Vorgaben der EU zum Ausstieg aus Neuwagen mit Verbrennungsmotoren 2035. Diese sollten nach einer Ankündigung der EU vom Dezember zwar gelockert werden, doch bei näherer Betrachtung ändere sich nichts an dem harten Schnitt. Die deutsche Autoindustrie fürchtet einen Absatzeinbruch in den 2030er-Jahren, weil die bisher noch mangelhafte Ladeinfrastruktur in großen Teilen Europas nicht aufgebaut wird. "Die bisherigen Vorschläge reichen in keiner Weise aus, um dieses Risiko abzuwenden", sagt Hartung.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der weltweit größte Autozulieferer keine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. "Der Wettbewerbs- und Preisdruck dürfte noch mal zunehmen und die gestiegenen Zölle sich erstmals im vollen Umfang auswirken", sagt der Bosch-Finanzchef Markus Forschner. Gründe dafür seien das langsame Wachstum der Weltwirtschaft, geopolitische Spannungen wie die Zollpolitik der USA, der starke Euro sowie steigende Metallpreise.