Kik will etwa 300 Filialen in Europa schließen

In diesem Jahr plant der Textil- und Haushaltswaren-Discounter Kik die Schließung von 300 Filialen in Europa. Das teilte der Geschäftsführer des Unternehmens, Christian Kümmel, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa mit. Außerdem soll es 75 Neueröffnungen geben.

Damit sinkt die Zahl der Geschäfte bis zum Ende dieses Jahres europaweit um etwa 225 auf etwa 4.000. In Deutschland sind 135 Schließungen geplant. Ende des Jahres soll es demnach noch rund 2.200 Filialen in Deutschland geben. Welche Filialen genau betroffen sind, gab Kik nicht an.

Keine Kündigungen geplant

Bereits im September vergangenen Jahres hatte das Unternehmen angekündigt, unrentable Filialen zu schließen. Damit sollte die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden. Ende 2025 waren dann einige Geschäfte geschlossen worden. Laut Kümmel wurden in der Vergangenheit jährlich etwa 100 Filialen geschlossen, die Zahl der Neueröffnungen war ihm zufolge jedoch immer höher.

Grund für die diesjährigen Filialschließungen ist Kümmel zufolge, dass Filialen in einigen Fällen weniger als einen Kilometer auseinanderliegen würden. "Wir haben zu dicht expandiert. Das bauen wir zurück", sagte er. "Die Formel 'Wir machen fünf neue Filialen auf und haben fünfmal so viele Kunden' ist nicht 100-prozentig aufgegangen."

Laut Kümmel sind in Zukunft jedoch keine Kündigungen geplant. "Wir werden die Mitarbeitenden der betroffenen Filialen in anderen Filialen weiter beschäftigen oder anderweitig eine Lösung finden", sagte Kümmel. Zahlreiche Beschäftigte seien bislang nicht über Schließungen informiert worden, hieß es.

Kik will trotz wachsender Konkurrenz an Konzept festhalten

Das Geschäftsmodell von Kik funktioniert laut Kümmel weiterhin gut. Dennoch spüre das Unternehmen die Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Außerdem sieht Kümmel einen zunehmenden Wettbewerbsdruck durch stationäre Händler wie Woolworth und Action. Aber auch asiatische Onlineportale wie Shein und Temu konkurrieren mit dem Discounter

Trotzdem will Kik an seinem Konzept festhalten und vornehmlich Textildiscounter sein. Kernzielgruppe sollen demnach Frauen zwischen 30 und 60 Jahren mit ihren Familien bleiben.