Ab dem kommenden Jahr: ADAC plant offenbar größte Beitragserhöhung seiner Geschichte

Der ADAC plant offenbar eine deutliche Beitragserhöhung für seine rund 22 Millionen Mitglieder. Das geht einem Bericht des „Business Insider“ zufolge aus internen Unterlagen hervor, die das Online-Medium einsehen konnte. „Nach sechs Jahren mit stetig steigenden Kosten muss auch der ADAC über eine Beitragsanpassung nachdenken“, sagte eine Sprecherin der dpa.

Laut dem Bericht von „Business Insider“ sollen die Beiträge im Schnitt um etwa 20 bis 25 Prozent steigen. Besonders betroffen wären Premium- und Familienmitgliedschaften: Für Familien könnte die Erhöhung bis zu 55 Euro betragen, Basis-Mitglieder müssten mindestens 10 Euro zusätzlich zahlen, heißt es. Die Entscheidung solle auf der Hauptversammlung im Mai fallen, die neuen Beiträge würden ab 2027 gelten. Es wäre laut „Business Insider“ die größte Preiserhöhung in der Geschichte des Vereins.

Der ADAC ist eigenen Angaben nach Europas größter Automobilclub. Leistungen wie Pannenhilfe, Versicherungsangebote und Verbraucherberatung finanziert der Verein vor allem über Mitgliedsbeiträge. Eine Premium-Mitgliedschaft kostet der ADAC-Webseite zufolge derzeit ab 139 Euro im Jahr, eine Basis-Mitgliedschaft ab 54 Euro.

Die vom „Business Insider“ genannten möglichen neuen Preise reichen von 64 bis 174 Euro für eine Person. Der ADAC kommentierte diese Zahlen nicht, wies aber auf die „außergewöhnliche Kostenentwicklung der letzten Jahre“ hin, von der auch er betroffen sei. 

Hohe Kosten

„Das gilt vor allem für hohe Energiekosten sowie für die Aufwände für Personal, Ersatzteile, Abschlepp- und Werkstattleistungen“, sagte die Sprecherin. „Seit 2020 sind die Lebenshaltungskosten um 23,7 Prozent gestiegen, der Autokostenindex um über 30 Prozent.“

Seit sechs Jahren habe man die Beiträge dennoch nicht erhöht und auch die Leistungen nicht eingeschränkt. Allein bei der Pannenhilfe seien 2025 rund 180 neue Straßenwachtfahrer eingestellt worden. Zudem habe man die Leistungen mit Schlüsselnotdienst oder Fahrradpannenhilfe erweitert. Der ADAC arbeite nicht gewinnorientiert, betonte die Sprecherin. „Es muss aber sichergestellt sein, dass Aufwände und Kosten getragen, Leistungen für Mitglieder erbracht sowie Satzungszwecke erfüllt werden können.“

Dem Bericht des „Business Insider“ zufolge soll es innerhalb des ADAC Diskussionen geben, ob angesichts der Kosten alle Leistungen weiter angeboten werden sollen.

Anfang des Jahres hatte der ADAC eine Kündigungswelle zu verzeichnen. Nach einem Interview des damaligen ADAC-Verkehrspräsidenten Gerhard Hillebrand Ende 2025 meldete der Verein 60.000 Abgänge. Hillebrand äußerte sich in dem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ wohlwollend zu einer CO₂-Bepreisung, um Diesel und Benziner unattraktiver zu machen.

„Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen“, sagte er. Anfang Februar legte Hillebrand sein Amt nieder und begründete den Schritt mit einem Reputationsschaden, der infolge seiner Aussagen entstanden sei, wie der Verein seinerzeit mitteilte. (Tsp/dpa)