Staatsschulden wachsen 2025 deutlich
Die deutschen Staatsschulden sind 2025 deutlich gestiegen. Nach Berechnungen der Bundesbank erhöhten sie sich um 144 Milliarden Euro auf insgesamt 2,84 Billionen Euro. Am stärksten wuchsen die Schulden des Bundes, einschließlich der Extrahaushalte, mit zusätzlich 107 Milliarden Euro. Dieser Betrag hat sich im Vergleich zum Vorjahr, als er noch bei 36 Milliarden lag, nahezu verdreifacht. Doch auch die Bundesländer, Kommunen und Sozialversicherungen verzeichneten zusätzliche Schulden.
Die Schuldenquote entspricht damit 63,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). 2024 hatte sie noch bei 62,2 Prozent gelegen. Damit überschreitet die Bundesrepublik erneut die in der EU vereinbarte Grenze von 60 Prozent. In den vier Jahren zuvor war die Schuldenquote zurückgegangen. Ohne neue Schulden wäre sie auch im vergangenen Jahr um 2,0 Prozentpunkte gesunken.
Wie die meisten Staaten im Euroraum überschritt Deutschland zum sechsten Mal in Folge die in den europäischen Verträgen von Maastricht festgeschriebene Grenze der Schuldenquote. Zuletzt unterschritt Europas größte Volkswirtschaft diese Marke im Jahr vor der Coronapandemie 2019 mit einem Wert von 58,7 Prozent. Es folgten Milliardenhilfen in den Pandemiejahren und in der durch den Ukrainekrieg ausgelösten Energiekrise. Durch die staatlichen Milliardenausgaben für Verteidigung und Infrastruktur wird erwartet, dass die Schuldenquote in den kommenden Jahren weiter steigen wird.
Schuldenquote soll weiter steigen
Das sogenannte gesamtstaatliche Maastricht-Defizit beträgt laut Statistischem Bundesamt 119 Milliarden Euro. Die Differenz zum Schuldenanstieg erklärt die Bundesbank mit dem Umstand, dass mit einem Teil der neuen Schulden Finanzvermögen aufgebaut worden sei. Dies werde nicht zum Defizit gezählt.
Deutschland dürfte sich in den kommenden Jahren noch weiter von der 60-Prozent-Marke entfernen. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) etwa rechnet damit, dass der Schuldenstand in diesem Jahr bei etwa 65 Prozent liegen und 2027 auf 66,6 Prozent steigen wird. Ein wesentlicher Grund dafür sind die geplanten milliardenschweren Investitionen in Infrastruktur und Aufrüstung.
Schulden der Sozialversicherungen mehr als verdoppelt
Allein die Verbindlichkeiten des Bundes einschließlich seiner Extrahaushalte wuchsen im vergangenen Jahr um 107 Milliarden Euro. Bei Bundesländern und Gemeinden stand ein Plus von 19 Milliarden Euro beziehungsweise 25 Milliarden Euro zu Buche. Die Schulden der Sozialversicherungen haben sich zwar von drei auf sieben Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Sie fließen jedoch nicht in den gesamtstaatlichen Schuldenstand ein, da es sich laut Bundesbank zum überwiegenden Teil um innerstaatliche Kredite beim Bund handelt.
Als EU-Mitgliedsstaat verschuldet sich Deutschland nicht nur national, sondern auch auf europäischer Ebene. Diese gemeinschaftlichen Schulden werden zumeist über den EU-Haushalt bedient. Entsprechend ihren Finanzierungsanteilen am EU-Haushalt sind die Mitgliedsstaaten daran beteiligt: Der deutsche Anteil liegt derzeit bei etwa einem Viertel. Die Bundesbank schätzt, dass auf Deutschland ein Anteil von etwa 118 Milliarden Euro oder 2,6 Prozent des deutschen BIP an den EU-Schulden entfällt.