Inflation im Euroraum nimmt wegen Irankrieg stark zu

Die Verbraucherpreise sind im März im Euroraum um ungefähr 2,5 Prozent gestiegen. Damit nahm die Inflation im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozentpunkte zu, teilte das EU-Statistikamt in einer ersten Schätzung mit. Grund für den starken Anstieg sind die gestiegenen Energiepreise infolge des Irankriegs.

Die Inflationsrate ist so hoch wie zuletzt im Januar 2025. Sie fällt allerdings niedriger aus als von einigen Analysten vermutet. Andere Ökonomen reagieren besorgt auf die Schätzung des Statistikamts mit Sitz in Luxemburg. "Die ‌massiv ⁠gestiegenen Energiepreise haben ​die Inflation im März nach oben katapultiert. Spätestens im Mai dürfte sie über drei Prozent liegen, ​sofern der Krieg nicht schnell endet", sagt Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer.

Die Statistiker gehen im März von einem Anstieg von 4,9 Prozent bei den Energiepreisen aus. Die Kosten für Lebensmittel, Alkohol und Tabak stiegen im Vorjahresvergleich um 2,4 Prozent, die für Dienstleistungen um 3,2 Prozent.

Inflation in Deutschland bei rund 2,7 Prozent

Kroatien verzeichnete den Angaben des Amts zufolge die höchste Inflationsrate in der Eurozone mit 4,7 Prozent. Auch Litauen und die Slowakei sind stark von den hohen Verbraucherpreisen betroffen. Am niedrigsten fiel der Preisanstieg in Zypern und Italien aus. Für Deutschland gab Eurostat eine Inflation von 2,8 Prozent an, das Statistische Bundesamt kam ⁠in ‌einer ersten ‌Schätzung auf 2,7 Prozent. Dies ist der höchste Stand in Deutschland seit Januar 2024.

Die EZB-Chefin Christine ‌Lagarde und andere Notenbanker der EZB haben zuletzt bekräftigt, dass sie vorerst die Folgen des Irankriegs abwarten ​wollen. Seit Mitte 2025 steht ⁠der Leitzins unverändert bei ​2,0 Prozent. Sobald jedoch klarere Auswirkungen abzusehen sind, würde die EZB die Leitzinsen anheben, sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. "Bei einem länger anhaltenden Krieg wird der Rohölpreis für einen nochmaligen Inflationsschub sorgen."