Einen Tag vor Inkrafttreten der Preisbremse: Benzin und Diesel sind erneut teurer geworden

Benzin und Diesel sind kurz vor dem Inkrafttreten des als Preisbremse gedachten Maßnahmenpakets der Bundesregierung teurer geworden. Der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Super E10 kletterte nach Berechnung des ADAC am Montag um knapp einen Cent auf 2,087 Euro je Liter, den bisher höchsten Stand in diesem Jahr. Diesel kostete 2,295 Euro, 1,2 Cent mehr als am Sonntag. Am Dienstag lagen die morgendlichen Preisspitzen dann noch einmal etwas höher, mit 2,159 Euro für Super E10 und 2,368 Euro für Diesel.

In der vergangenen Woche hatten die Spritpreise zwischenzeitlich etwas nachgegeben, eine Trendwende war das aber nach derzeitigem Stand nicht. An diesem Mittwoch tritt eine Neuregelung für die Tankstellen in Kraft, nach der die Preise künftig nur noch einmal am Tag erhöht werden dürfen, um 12 Uhr. Außerdem erhält das Bundeskartellamt zusätzliche Befugnisse. 

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Tagesdurchschnittspreise stark gestiegen: Diesel kostete am Montag knapp 55 Cent mehr als vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran. Super E10 war knapp 31 Cent teurer.

Hohe Spritpreise lassen Interesse an E-Autos steigen

Die sprunghaft gestiegenen Spritpreise lassen zudem das Interesse an E-Autos steigen. Laut einer Umfrage im Auftrag des Fahrzeugportals Mobile.de würde sich fast jeder Zweite bei einem Autokauf von der derzeitigen weltpolitischen Lage beeinflussen lassen, wie das Portal mitteilte. Und mehr als jeder Dritte würde bei anhaltend hohen Spritpreisen zum E-Antrieb tendieren, 43 Prozent davon bereits beim derzeitigen Preisniveau von gut zwei Euro pro Liter.

Konkret sagten 45 Prozent der Befragten, dass die aktuelle wirtschaftliche und politische Weltlage Einfluss auf die Auswahl des Antriebs hätte, wenn sie sich heute ein Auto kaufen wollten. 43 Prozent erklärten hingegen, dies hätte bei ihnen keine Auswirkungen. Knapp ein Drittel der Befragten sagte zudem, sie würden unabhängig vom Spritpreis weiter Verbrenner fahren.

Die Umfrage wurde von YouGov im Auftrage von Mobile.de durchgeführt. Zwischen 25. und 27. März wurden insgesamt 2226 Personen befragt. Die Ergebnisse sind laut Mobile.de repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Auch Mobile.de selbst berichtet von einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach E-Autos. Nach Ausbruch des Iran-Krieges habe sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen verdreifacht, berichtet das Portal.

Auch die bisher schwache Nachfrage nach gebrauchten E-Autos sei angezogen: Händler, die ihre Fahrzeuge auf dem Portal anbieten, erhielten den Angaben zufolge 66 Prozent mehr Anfragen nach gebrauchten Stromern. (dpa)