Ecuadors Parlament erlaubt Bergbau auf Galápagos-Inseln

In Ecuador hat das Parlament ein umstrittenes Bergbaugesetz verabschiedet, das auch den Abbau von Rohstoffen auf den Galápagos-Inseln erlaubt. In der Nationalversammlung stimmten 77 Abgeordnete für den Gesetzentwurf der rechtsgerichteten Regierung von Präsident Daniel Noboa. 70 Abgeordnete stimmten dagegen. Noboas Regierung hofft auf Investitionen von Bergbaufirmen – durch das Gesetz werden die Bewilligungsverfahren im Bergbau- und Energiesektor beschleunigt.

Die Regierungspartei begründete ihre Entscheidung zudem damit, mit dem Gesetz würden "Kontrollen und Vorschriften" für den Abbau von Rohstoffen verschärft. Damit wolle man illegalen Bergbau bekämpfen. Erstmals darf damit auf der Inselgruppe außerhalb des Naturschutzgebietes legal Baumaterial wie Kies abgebaut werden.

Die für ihre einzigartige Tier- und Pflanzenwelt berühmten Galápagos-Inseln liegen rund 1.000 Kilometer westlich der Küste von Ecuador am Äquator und gehören zum Unesco-Welterbe. Der britische Forscher Charles Darwin entwickelte während einer Reise dorthin seine Evolutionstheorie.

Kritik von Oppositionellen und Indigenen

Rund 300 Menschen protestierten in Ecuador gegen die Verabschiedung des Gesetzes. © Maria Fernanda Garcia/​Reuters

Gegen das Gesetz protestierten Opposition und Indigene. In der Hauptstadt Quito gingen rund 300 Menschen gegen die Verabschiedung auf die Straße. Die Oppositionsabgeordnete Verónica Iñíguez kritisierte, durch das Bergbaugesetz würden die Galápagos-Inseln "zu einem Steinbruch". Der ehemalige Präsidentschaftskandidat und Präsident der Vereinigung der indigenen Kichwa-Völker (Ecuarunari), Leonidas Iza, sagte in einem Video zudem: "Das Gesetz begünstigt transnationale Vermögen auf Kosten der Bevölkerung und der Natur."

In Ecuador regiert seit 2023 der Sohn einer der reichsten Unternehmer des Landes, Daniel Noboa. Das Land erzeugt derzeit zu wenig Energie, um den eigenen Bedarf zu decken. Gleichzeitig haben sich kriminelle Banden neben dem Drogenhandel auch im Bereich des illegalen Bergbaus ausgebreitet. Durch die Förderung privater Investitionen und eine Politik der harten Hand versucht Noboa beide Probleme zu lösen.