Zum ersten Mal seit über 50 Jahren flogen wieder Menschen zum Mond. Sie sahen Dinge, die selbst die Apollo-Astronauten nie zu Gesicht bekamen.
Die „Artemis 2“-Astronaut:innen Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen umrundeten am 6. April sieben Stunden lang den Mond. Sie fotografierten Krater, Lavafelder und Oberflächenspalten aus nächster Nähe. Die Crew erlebte auch eine totale Sonnenfinsternis, die so nie zuvor ein Mensch gesehen hatte. Die Bilder, die sie dabei aufnahmen, gehen gerade um die Welt.
Die Fotos werden von NASA-Forschenden jetzt ausgewertet und sollen helfen, die Geologie des Mondes besser zu verstehen und künftige Missionen zu planen. Ziel sei es, Menschen dauerhaft auf dem Mond zu stationieren und von dort aus zum Mars zu fliegen, schreibt die NASA. Weitere Aufnahmen wird die Raumfahrtbehörde der USA in den kommenden Tagen veröffentlichen.
Minuten bevor die Crew in einen 40-minütigen Funk-Blackout tauchte, ohne jede Verbindung zur Erde, auf der anderen Seite des Mondes, sah sie die Erde hinter dem Mondhorizont versinken. Earthset, so wird dieser Moment genannt.
Als die Kapsel auf der anderen Seite wieder auftauchte, wartete das nächste Schauspiel: eine totale Sonnenfinsternis, die fast 54 Minuten dauerte. Auf der Erde dauert sie höchstens ein paar Minuten. „Der Mensch ist wahrscheinlich nicht dafür geschaffen, das zu sehen, was wir gerade sehen“, zitiert die „New York Times“ Victor Glover, Pilot der NASA-Mission. „Es ist wirklich schwer zu beschreiben. Es ist unglaublich.“
Die Astronaut:innen waren bis zu 406.771 Kilometer von der Erde entfernt, weiter als irgendein Mensch vor ihnen. Der vorherige Rekord, 400.171 Kilometer, war 1970 von Apollo 13 aufgestellt worden.
Die Crew der Artemis-II-Mission hat mehr als die Hälfte ihrer Reise ‘zum Mond und zurück’ bereits hinter sich. Am Freitag, dem 10. April, soll die Orion-Kapsel vor der US-Küste nahe San Diego wassern.
Ein sogenannter Earthset – der Moment, in dem die Erde aus der Sicht der Orion‑Raumkapsel hinter dem Mond verschwindet – wurde am 6. April 2026 durch eines der Fenster aufgenommen. Die blauschimmernde Erde mit ihren hellen Wolken sinkt hinter der Mondoberfläche. Der dunkle Teil der Erde ist auf der Nachtseite. Auf der Tagseite ziehen Wolken über Australien und den Pazifik.
Die Mondoberfläche in beeindruckender Schärfe. Das Foto entstand nur drei Minuten, bevor die Crew hinter dem Mond verschwand und der Funk vorübergehend abbrach.
Durch das flach einfallende Sonnenlicht entstehen lange Schatten, die Krater auf dem Mond deutlich hervorheben, unter anderem den bekannten Jules-Verne-Krater und die beiden Krater Birkhoff und Stebbins. Die Aufnahme zeigt, wie der Wechsel von Licht und Schatten die Struktur der Mondoberfläche klar sichtbar macht – Details, die bei voller Beleuchtung weniger auffallen. Das Bild entstand, wie die anderen Bilder, am sechsten Missionstag.
Die dunkleren Bereiche auf dem Mond, von oben nach unten: Oceanus Procellarum, Mare Humorum, das „Meer der Feuchtigkeit“, sowie der Einschlagkrater Byrgius.
Astronaut der kanadischen Raumfahrtbehörde CSA und Missionsspezialist Jeremy Hansen fotografiert aus dem Fenster der Orion-Raumkapsel. Die Kamerahülle verhindert, dass Licht aus dem Inneren der Kabine auf der Fensterfläche reflektiert.
Der Mond verdeckt die Sonne vollständig: Fast 54 Minuten lang erlebte die Crew eine totale Sonnenfinsternis. Um die dunkle Mondscheibe leuchtet die Korona, die äußere Atmosphäre der Sonne, die sonst vom grellen Sonnenlicht überstrahlt wird. Weil der Mond selbst im Schatten liegt, sind auf dem Bild auch Sterne zu sehen, etwas, das bei Mondaufnahmen sonst nicht möglich ist. Für die Astronaut:innen war es eine seltene Gelegenheit, die Korona aus dem Weltall zu dokumentieren. Auf der erdzugewandten Seite des Mondes ist zudem ein schwaches Leuchten zu erkennen, das durch reflektiertes Licht der Erde entsteht.
Missionsspezialistin Christina Koch (oben links), Missionsspezialist Jeremy Hansen (unten links), Kommandant Reid Wiseman (unten rechts) und Pilot Victor Glover (oben rechts) tragen Schutzbrillen, um ihre Augen vor dem direkten Sonnenlicht zu schützen.
Der Mond im Gegenlicht der Sonne, aufgenommen am 6. April 2026 während der Sonnenfinsternis von einer Kamera an den Solarflügeln des Orion-Raumschiffs. Links im Vordergrund ist die Raumkapsel selbst zu sehen. Am linken Mondrand schimmert ein heller Streifen, verursacht von der Erde reflektiertes Sonnenlicht. Der helle Punkt knapp unterhalb der rechten Mondkante ist Saturn und noch weiter rechts, am Bildrand, leuchtet der Mars.