WHO will höhere Steuern auf zuckerhaltige und alkoholische Getränke

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich für höhere Steuern auf alkohol- und zuckerhaltige Getränke ausgesprochen. Eine niedrige Besteuerung sorge dafür, dass schädliche Produkte billig blieben, teilte die WHO mit. Immer mehr Gesundheitssysteme gerieten unter finanziellen Druck durch vermeidbare, durch Zucker und Alkohol verursachte Erkrankungen und Verletzungen.

"Gesundheitsteuern sind eines der wirksamsten Instrumente, die wir zur Förderung der Gesundheit und zur Prävention von Krankheiten haben", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Durch Steuererhöhungen auf Tabak, zuckerhaltige Getränke und Alkohol könnten Regierungen den gesundheitsgefährdenden Konsum reduzieren und zugleich finanzielle Mittel für das Gesundheitssystem generieren.

Der globale Markt für zucker- und alkoholhaltige Getränke sorge für Milliarden von US-Dollar an Gewinnen. Die Steuereinnahmen hingegen seien gering. Für Bier beispielsweise liegt die globale Steuer laut WHO im Median bei 14 Prozent, für Spirituosen bei 22,5 Prozent. Bei zuckerhaltigen Getränken liege der Medianwert für die Steuerbelastung bei nur etwa zwei Prozent.

Weltweit erheben laut WHO mindestens 116 Länder Steuern auf zuckerhaltige Getränke. Oftmals fielen jedoch nur Limonaden darunter. Andere zuckerhaltige Getränke wie Fruchtsäfte, gesüßte Milchgetränke und Kaffee- und Teeprodukte seien von den Steuern nicht betroffen. Auf Energydrinks erheben demnach 97 Prozent der Länder Steuern.

Alkohol in zwölf Ländern verboten

Mindestens 167 Länder besteuerten Alkohol, in zwölf Ländern sei er vollständig verboten, hieß es weiter. Wein bleibe in mindestens 25 Ländern vor allem in Europa unversteuert. Durch Einkommenswachstum und Effekte durch die Inflation sei Alkohol seit 2022 zudem in den meisten Ländern erschwinglicher geworden.