Meistverkauftes Krebsmittel wird offenbar viel zu teuer verkauft
Das umsatzstärkste Medikament der Welt, das Krebsmittel Keytruda, wird laut Berichten von Spiegel und ZDF zu einem stark überhöhten Preis verkauft. Das habe der internationale Krankenversicherungsverband AIM für ein gemeinsames Rechercheprojekt ausgerechnet.
Die gesetzlichen Krankenkassen sollen derzeit 2.039,27 Euro für 100 Milligramm des Arzneimittels bezahlen. Ein fairer Preis läge laut den Berechnungen aber bei lediglich 40 Euro. Darin enthalten seien bereits die Forschungs- und Entwicklungskosten sowie eine Rendite von acht Prozent, heißt es in dem Bericht.
Keytruda ist ein Präparat des US-Herstellers Merck Sharp & Dohme (MSD) und wird häufig als "Gamechanger" in der Krebstherapie bezeichnet. Allein in Deutschland zahlten die gesetzlichen Krankenkassen 2025 mehr als zwei Milliarden Euro dafür.
Der Hersteller MSD begründet den hohen Preis mit Forschungs- und Entwicklungskosten von nach eigenen Angaben 44 Milliarden US-Dollar (etwa 37,7 Milliarden Euro). Davon soll die interne Entwicklung 30 Milliarden kosten und Forschungskooperationen 14 Milliarden.
Die Schweizer Organisation Public Eye kommt mit ihren Berechnungen nach Angaben von Spiegel und ZDF auf lediglich rund 4,8 Milliarden Dollar, inklusive eines Risikoaufschlags für gescheiterte Projekte. Dem stehe seit der US-Marktzulassung im Jahr 2014 ein kumulierter Umsatz von 163 Milliarden Dollar (rund 139,5 Milliarden Euro) gegenüber.