Ticketmaster hat laut US-Gericht illegales Monopol gebildet
Der Konzertkartenanbieter Ticketmaster hat nach der Entscheidung eines Gerichts in New York ein illegales Monopol gebildet. Zusammen mit dem Mutterkonzern Live Nation habe das Unternehmen die Ticketvermarktung für mehr als 200 Veranstaltungsorte und Dutzende Konzertarenen beherrscht, heißt es in dem Urteil. Das Unternehmen habe zudem die Buchung der konzerneigenen Spielstätten unrechtmäßig davon abhängig gemacht, dass Künstler die Werbedienstleistungen von Ticketmaster nutzen. Dadurch hätten Besucher in 22 US-Bundesstaaten 1,72 US-Dollar mehr pro Ticket zahlen müssen.
Der Richter könnte nun den Unternehmen auferlegen, diesen Betrag zurückzuerstatten. Eine Entscheidung über die Höhe der Strafe steht noch aus. Live Nation rechnet nach eigenen Angaben mit Zahlungen von weniger als 350 Millionen Dollar.« Die Geschworenen haben bestätigt, was wir schon lange wussten: Ticketmaster und Live Nation verstoßen gegen das Gesetz und fügen Verbrauchern Schäden in Millionenhöhe zu«, sagte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James.
Weiteres Verfahren der US-Kartellbehörde gegen Ticketmaster
Gegen die Geschäftspraktik von Ticketmaster hatten Dutzende US-Bundesstaaten geklagt. Ursprünglich war auch das US-Justizministerium an der Klage beteiligt, das sich im März mit dem Unternehmen aber auf einen Vergleich einigte. Dabei verpflichtete sich Live Nation unter anderem dazu, die Kontrolle über 13 Konzertarenen abzugeben. Außerdem darf das Unternehmen Künstler, die ihre Eintrittskarten mithilfe von Konkurrenten vermarkten, nicht bestrafen.
Gegen Ticketmaster und Live Nation läuft ein weiteres Verfahren der US-Kartellbehörde FTC. Sie wirft dem Unternehmen vor, nicht gegen Spekulationen mit Eintrittskarten vorzugehen. Es lasse stillschweigend zu, dass professionelle Tickethändler Eintrittskarten im großen Stil aufkauften, um diese mit hohen Aufschlägen an die Fans weiterzuverkaufen. Den Schaden beziffert die FTC auf 3,7 Milliarden Dollar.
Ticketmaster steht seit Längerem in der Kritik. Für Empörung sorgte unter anderem der Eintrittskartenverkauf für die »Eras«-Tournee von Taylor Swift 2022 oder für die Reunion-Tour der britischen Band Oasis im vergangenen Jahr. Fans beklagten überzogene Preise und die Verteuerung von Tickets während der Wartezeit. Die Behörden fanden damals jedoch keine Beweise, dass Ticketmaster die Preise automatisch und in Echtzeit an die Nachfrage anpasst.