USA melden Zerstörung von Irans gesamter Marine – Ölpreis erstmals wieder über 100-Dollar-Marke
Israel und die USA greifen seit einer Woche den Iran an. Am vergangenen Samstag wurde das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran beschießt Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist eine zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
00:03 Uhr – Ölpreis schießt über Marke von 100 US-Dollar
Der Ölpreis ist erstmals seit Jahren wieder auf über 100 US-Dollar angestiegen. Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg zeitweise um knapp 19 Prozent auf fast 110 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Unmittelbar zuvor war zum Handelsbeginn in Chicago die in den USA bestimmende Sorte West Texas Intermediate (WTI) über die Marke von 100 Dollar gesprungen – ein Preisniveau, das es zuletzt 2022 gegeben hatte.
Vor Beginn des Iran-Kriegs lag der Preis noch um die 70 Dollar pro Barrel. Auch die Spritpreise sind seither deutlich angestiegen.
Sonntag, 8. März
23:22 Uhr – US-Minister: Zielen nicht auf Energieinfrastruktur ab
Die USA haben nach Angaben ihres Energieministers Chris Wright nicht vor, die iranische Ölindustrie anzugreifen. „Die USA zielen nicht auf die Energieinfrastruktur ab“, sagte Wright dem Sender CNN. Zuvor hatte die Bombardierung eines Öllagers durch Israel im Iran für Aufsehen gesorgt, nach der dichte Rauchschwaden den Himmel über der Hauptstadt Teheran verdunkelten. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend zeigten einen gewaltigen Feuerball.
22:21 Uhr – Chamenei-Sohn Modschtaba zum geistlichen Oberhaupt des Iran ernannt
Im Iran ist der Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei zum neuen religiösen und staatlichen Oberhaupt gewählt worden. Das gab das zuständige Wahlgremium laut der Nachrichtenagentur Irna und dem staatlichen Rundfunk Irib bekannt.
Der 56-jährige Modschtaba Chamenei wurde vom sogenannten Expertenrat, dem wichtigsten religiösen Gremium des Landes, ernannt. In dem Amt wird er künftig das letzte Wort in allen politischen und militärischen Belangen haben. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst bereits deutlich gemacht, dass er Modschtaba Chamenei als neues staatliches Oberhaupt ablehne.
21:25 Uhr – US-Militär: Siebte Einsatzkraft stirbt im Krieg mit dem Iran
Die Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Einsatzkräfte ist von sechs auf sieben gestiegen. In der vergangenen Nacht sei ein Angehöriger der Streitkräfte den Folgen seiner Verletzungen erlegen, die er während der ersten Angriffen des Irans erlitten habe, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit. Konkret soll die Person demnach bei einem Angriff auf US-Soldaten am vergangenen Sonntag in Saudi-Arabien schwer verletzt worden seien.
19:42 Uhr – Sohn von getötetem Ali Chamenei soll sein Nachfolger werden
Die Führung im Iran hat offenbar Modschtaba Chamenei zum neuen geistlichen Oberhaupt der Islamischen Republik benannt. Modtschtaba ist ein Sohn des bisherigen Oberhaupts, Ajatollah Ali Chamenei, der bei den Angriffen der USA und Israels auf den Iran vor rund einer Woche getötet worden war.
19:13 Uhr – Erstmals Tote in Saudi-Arabien
Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs ist es in Saudi-Arabien infolge eines mutmaßlich iranischen Angriffs zu Todesfällen gekommen. Zwei Menschen seien beim Einschlag eines Geschosses in ein Wohngebäude im Gouvernement al-Chardsch südöstlich der Hauptstadt Riad getötet worden, sagte ein Sprecher des saudischen Zivilschutzes laut einer Regierungsmitteilung. Bei den Opfern soll es sich demnach um einen indischen und einen bangladeschischen Staatsbürger gehandelt haben.
19:09 Uhr – Trump: Wir haben die gesamte Marine des Irans versenkt
Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump die Marine des Irans zerstört. Man habe 44 ihrer Schiffe versenkt – „ihre gesamte Marine“, sagte Trump dem Sender ABC News nach dessen Angaben. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht. Die gesamte iranische Marine außer Gefecht zu setzen, ist eines der erklärten Ziele des US-Militärs im Krieg gegen den Iran.
17:19 Uhr – EU-Spitzen sprechen mit Staats- und Regierungschefs der Kriegsregion
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs sprechen EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag per Videokonferenz mit Staats- und Regierungschefs aus dem Nahen Osten und der Golfregion. Bei dem Austausch soll es unter anderem um die weitere Unterstützung der EU und ihrer Mitgliedstaaten für die Länder in der Region gehen, erklärte eine Sprecherin Costas. Bei dem Gespräch soll zudem über „Wege zur Beendigung“ des Iran-Kriegs gesprochen werden.
16:48 Uhr – Atomanlage in Isfahan bei Angriff beschädigt
Eine Bestrahlungsanlage in Isfahan ist iranischen Angaben zufolge bei israelisch-amerikanischen Angriffen beschädigt worden. Es sei jedoch keine radioaktive Strahlung ausgetreten, meldet die halbstaatliche Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf das Zentrum für nukleare Sicherheit.
16:24 Uhr – Angriff auf Weltraum-Hauptquartier der Revolutionsgarden in Teheran
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am Sonntag die sogenannte Weltraum-Zentrale der iranischen Revolutionsgarden in Teheran angegriffen. Im Rahmen ihrer Angriffe hätten die israelischen Streitkräfte das „Hauptquartier der Weltraumstreitkräfte der IRGC des iranischen Terrorregimes“ in der iranischen Hauptstadt „angegriffen und zerstört“, erklärte die israelische Armee unter Verwendung der Abkürzung für die Revolutionsgarden.
Dort habe sich eine Leitzentrale der Raumfahrtbehörde für die Steuerung des militärischen Überwachungssatelliten „Chayyam“ befunden. Dieser Satellit sei von den Revolutionsgarden für „terroristische Aktivitäten und zur Überwachung des Staates Israel und seiner Bevölkerung“ eingesetzt worden, schrieb die Armee. Ob die Verbindung zu dem Satelliten damit unterbrochen wurde, war zunächst unklar. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
16:00 Uhr – Arabische Liga verurteilt „illegale“ Angriffe Irans
Die Arabische Liga kritisiert die Angriffe des Irans als „illegal und grundlos“. Man verurteile diese „feigen“ Angriffe scharf, heißt es in einer Erklärung der Mitgliedstaaten nach ihrem virtuellen Treffen auf Ebene der Außenminister. Der Iran greife „gezielt und auf illegale Weise“ zivile Ziele an, darunter Flug- und Seehäfen, Energieanlagen, Wohngebiete und diplomatische Vertretungen. Man weise auch „provokante“ Handlungen Teherans zurück mit dem Ziel, die Straße von Hormus zu blockieren oder die internationale Schifffahrt zu stören.
14:46 Uhr – Zwei israelische Soldaten im Südlibanon getötet
Israel hat den Tod von zwei Soldaten im Libanon bestätigt. Sie seien bei Kämpfen im Süden des Landes getötet worden, teilte das Militär mit. Bei einem von ihnen handle es sich um einen 38-Jährigen aus einem drusischen Dorf auf den von Israel annektierten Golanhöhen. Zu dem zweiten Soldaten macht das Militär keine näheren Angaben. Die beiden Soldaten sind die ersten personellen Verluste des israelischen Militärs seit Beginn des Krieges.
14:22 Uhr – Nachfolger Chameneis ernannt
Rund eine Woche nach der Tötung von Ayatollah Ali Chamenei hat das zuständige Gremium im Iran dessen Nachfolger bestimmt. Die Wahl des neuen geistlichen Oberhaupts der Islamischen Republik habe „stattgefunden“, erklärte das Expertenratsmitglied Ahmad Alamolhoda nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr. Der Name des neuen obersten Führers sollte demnach später mitgeteilt werden.
Weitere Mitglieder des Expertenrats bestätigten die Entscheidung. Expertenratsmitglied Mohammed Mehdi Mirbagheri sprach in einem von der Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Video von einer „klaren Meinung, welche die Mehrheitsposition widerspiegelt“.
13:47 Uhr – Mehrere Explosionen in Tel Aviv nach neuen iranischen Raketenangriffen
Nach einer neuen iranischen Angriffswelle auf Israel ist die Küstenmetropole Tel Aviv von mehreren heftigen Explosionen erschüttert worden. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von mindestens zehn Explosionen. Die israelischen Streitkräfte hätten „vor Kurzem Raketen identifiziert, die aus dem Iran in Richtung des israelischen Territoriums abgefeuert wurden“, hieß es in einer Erklärung. Die Luftverteidigungssysteme des Landes seien im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren.
13:18 Uhr – Israel: seit Beginn des Krieges 3400 Ziele im Iran angegriffen
Nach WELT-Informationen hat Israel seit Beginn des Krieges rund 3400 Ziele im Iran angegriffen. „Wir konnten zudem über 110 Drohnen abfangen. Und im nördlichen Gebiet der Hisbollah haben wir etwa 600 Ziele der Hisbollah ins Visier genommen und konnten etwa 200 Hisbollah-Terroristen eliminieren“, sagte IDF-Sprecher Nadav Shoshani am Sonntag. Die in der Nacht attackierten Öl-Anlagen seien legitime militärische Ziele gewesen, so Shoshani. Die Treibstofflager würden von den iranischen Revolutionsgarden zur Versorgung militärischer Infrastruktur genutzt.
Außerdem griff Israel zwei große Waffen- und Raketenproduktionsstätten in Parchin und Shahrud an. Shahrud, etwa 2000 Kilometer von Israel entfernt. Es handele sich um eines der am weitesten entfernten Angriffsziele in der Geschichte des Landes. „Dort wurden Sprengstoffe für ballistische Raketen, Sprengköpfe, Rohstoffe für Motoren und Raketentriebwerke produziert“, sagte Shoshani.
Nach Angaben des Militärs befindet sich die Offensive inzwischen in der „zweiten Phase“. Nachdem in der ersten Phase große Teile der iranischen Luftabwehr und Teile der militärischen Führung ausgeschaltet worden seien, nutze Israel nun seine Lufthoheit für weitere gezielte Angriffe auf militärische Anlagen.
12:25 Uhr – Norwegen: Explosion an US-Botschaft womöglich gezielter Anschlag
Nach einer Explosion an der US-Botschaft in Oslo hält die norwegische Polizei einen gezielten Anschlag im Zusammenhang mit der aktuellen Sicherheitslage für möglich. Man fahnde weiter nach einem oder mehreren Tätern, habe aber noch keine Verdächtigen, teilen die Behörden mit. Die Sicherheitsvorkehrungen für die US-Vertretung sowie Einrichtungen der jüdischen Gemeinde und der iranischen Diaspora würden verstärkt.
12:00 Uhr – Netanjahu: Werden Irans Führung „ohne Gnade“ angreifen
Israels Ministerpräsident Netanjahu kündigt eine systematische Fortsetzung der Angriffe auf den Iran an. Seine Regierung werde „ohne Gnade“ gegen die iranischen Machthaber vorgehen, sagt Netanjahu in einer Videoansprache kurz nach den jüngsten Luftschlägen auf die Islamische Republik.
11:57 Uhr – Teherans Himmel verdunkelt – „schwarzer Regen“ fällt nieder
Nach der Bombardierung eines Öllagers durch Israel hat sich der Himmel in Teilen Teherans verdunkelt. Dichte Rauchschwaden stiegen auf und verdüsterten am Morgen den bewölkten Himmel, wie auf Bildern zu sehen war und Augenzeugen berichteten.
„CNN“-Reporter Frederik Pleitgen berichtet von „schwarzem Regen“ über Teheran: „Man sieht, dass der Regen, das Regenwasser tatsächlich schwarz ist – und offenbar auch mit Öl gesättigt“, so Pleitgen. „Das ist es, was heute Morgen herunterkommt – eine Art ölhaltiger Regen“. Auf X schrieb Pleitgen zu seinem Video: „Es regnet Öl in Teheran.“
„Obwohl wir heute in Teheran eine Wolkendecke haben, ist die derzeitige Dunkelheit des Himmels nicht natürlich und wird durch eine Kombination aus Rauch und Wolken verursacht“, sagte der Leiter des Zentrums für Krisenmanagements des iranischen Wetterdienstes, der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge.
10:47 Uhr – Vier Tote nach US-israelischen Angriffen auf Ölanlagen im Iran
Bei den in der Nacht geflogenen US-israelischen Angriffen auf Ölanlagen im Iran sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Darunter seien zwei Fahrer, sagte der Leiter der nationalen Mineralöl-Vertriebsgesellschaft, Keramat Wejskarami, im Staatsfernsehen. Die getroffenen Einrichtungen seien beschädigt, die Flammen seien jedoch unter Kontrolle gebracht worden.
10:35 Uhr – Israelische Drohungen gegen künftigen Chamenei-Nachfolger
Das israelische Militär hat vor der Wahl eines Nachfolgers des getöteten iranischen Staatsführers Ajatollah Ali Chamenei erneut gedroht, dass auch dieser nicht sicher sei. „Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der einen Nachfolger zu ernennen versucht“, hieß es in einem Post auf Farsi auf der Plattform X. Die Warnung gelte für alle, die planten, an dem Treffen zur Wahl eines Nachfolgers Chameneis teilzunehmen.
09:34 Uhr – Trump: Für Bodentruppen im Iran bräuchte es „einen sehr guten Grund“
US-Präsident Trump schließt nach eigener Aussage nicht aus, Bodentruppen in den Iran zu entsenden, um das angereicherte Uran der Islamischen Republik sicherzustellen. „Vielleicht werden wir das irgendwann machen“, sagte er Journalisten am Samstag an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One. „Das wäre eine tolle Sache.“ Trump äußerte sich mit Blick auf das iranische Atomprogramm, dessen Bekämpfung die USA zu einem ihrer Kriegsziele erklärt haben.
Bodentruppen könnten „möglicherweise“ eingesetzt werden, sagte Trump, fügte aber an, hierfür müsse es einen „sehr guten Grund“ geben. Zu den iranischen Streitkräften sagte er, bei einem Einsatz würden diese „so geschwächt, dass sie auf Bodenebene nicht mehr kämpfen könnten“.
08:55 Uhr - Trump droht dem Iran: Führung und Militär werden zerstört
US-Präsident Donald Trump hat Verhandlungen mit dem Iran eine Absage erteilt und mit der Zerschlagung der gesamten Staatsführung und des Militärs gedroht. Angesichts der Luftangriffe auf die Islamische Republik könnte die Frage nach Diplomatie irrelavant werden, sagte Trump am Samstag (US-Ortszeit) vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. „Irgendwann wird wohl niemand mehr übrig sein, der sagen könnte: 'Wir ergeben uns'“.