Syrische Regierung verkündet Abzug aller US-Truppen
Das US-Militär hat nach Angaben Syriens sämtliche Stützpunkte in dem Land verlassen. Die »militärischen Einrichtungen, an denen Truppen der Vereinigten Staaten zuvor in Syrien anwesend waren«, seien »komplett an die syrische Regierung übergeben« worden, teilte das Außenministerium der syrischen Übergangsregierung in Damaskus mit.
Seitens der US-Regierung oder des US-Militärs gab es zunächst keine Bestätigung des vollständigen Abzugs. Allerdings deutete sich dieser Schritt bereits seit Monaten an. Im Februar hatte die syrische Armee bereits die Kontrolle über die frühere US-Militärbasis Al-Tanf nahe den Grenzen zu Jordanien und dem Irak übernommen. US-Medien berichteten über weitere Abzugspläne in Zeiträumen von 30 bis 90 Tagen.
Syrien sieht keine Notwendigkeit für US-Truppenpräsenz
US-Präsident Donald Trump hatte bereits 2018 während seiner ersten Amtszeit einen vollständigen Truppenabzug aus Syrien angekündigt. Die USA hatten dort in der Vergangenheit aufseiten kurdisch geführter Milizen gegen die Terrororganisation »Islamischer Staat« (IS) gekämpft und in den vergangenen Jahren weiterhin IS-Anführer sowie mit dem Iran verbündete Milizen attackiert. Angaben zur Zahl der US-Soldaten in Syrien schwankten zwischen 900 und 2.000.
Die Übergangsregierung in Damaskus hat sich nach dem Sturz des Diktators Baschar al-Assad offiziell dem US-Bündnis zum Kampf gegen den IS angeschlossen und unter anderem in Damaskus und Aleppo Einsätze gegen die Terrorgruppe durchgeführt.
Inzwischen teilten die USA die Einschätzung der syrischen Übergangsregierung, dass die Umstände für die US-Militärpräsenz sich »grundlegend« geändert hätten, teilte das Außenministerium in Damaskus mit. Der syrische Staat sei inzwischen »vollständig fähig«, den Kampf gegen Terrorismus zu führen.
USA unterstützen Übergangsregierung in Damaskus
Während Assads Herrschaft hatten die USA syrische Oppositionstruppen, die vor allem aus kurdischen Milizen bestanden, unterstützt. Nach dem Regimesturz 2024 stellte sich die US-Regierung jedoch hinter die Übergangsregierung von Präsident Ahmed al-Scharaa, den sie bis dahin aufgrund dessen Vergangenheit als Anführer der dschihadistischen HTS-Miliz noch als Terrorist verfolgt hatte.
Während jüngster Kämpfe zwischen Regierungstruppen und kurdischen Kräften vermittelten die USA eine Vereinbarung zur Integration der kurdisch geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) in staatliche Institutionen. Das Abkommen gilt als Rückschlag für die Bestrebungen vieler Kurden, einen eigenen Staat zu gründen.