Russisches Kriegsschiff eskortiert offenbar mehrere Frachter der Schattenflotte im Ärmelkanal

Ein russisches Kriegsschiff eskortiert derzeit offenbar mehrere russische Frachter durch den Ärmelkanal. Wie die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtet, begleitet die Fregatte Admiral Grigorowitsch drei Schiffe, darunter den Frachter Sparta, der seit Jahren mit dem Transport militärischer Ausrüstung in Verbindung gebracht wird.

Die Sparta lief dem Bericht zufolge am Donnerstagmorgen nahe Dover in den Ärmelkanal ein und setzte ihre Fahrt westwärts fort. Das Schiff soll Kurs auf Port Said in Ägypten genommen haben. Begleitet werde es unter anderem vom ebenfalls sanktionierten Tanker General Skobelew sowie vom Versorgungsschiff Akademik Paschin, das vermutlich zur logistischen Unterstützung des Konvois eingesetzt werde.

Die Sparta steht bereits seit Mai 2022 auf der US-Sanktionsliste. In der Vergangenheit wurde das Schiff – ausgelegt für den Transport schwerer Fahrzeuge – der sogenannten „Syrian Express“-Route zugeordnet, über die Russland militärisches Gerät nach Syrien gebracht haben soll. So soll die Sparta auch Waffen und Militärtechnik vom russischen Hafen Noworossijsk zum Marinestützpunkt Tartus transportiert haben.

Zuletzt sei das Schiff an der Evakuierung russischer Truppen und Gerätschaften aus Syrien nach Libyen beteiligt gewesen, nachdem das Assad Regime im Dezember 2024 gestürzt worden war. Der „Telegraph“ berichtet weiter, dass die Sparta aktuell erneut militärische Ladung an Bord habe.

Starmer mit Ankündigung, härter gegen Schattenflotte vorzugehen

Der Vorfall gewinnt vor allem vor dem politischen Hintergrund an Brisanz. Der britische Premierminister Keir Starmer hatte im März angekündigt, deutlich härter gegen Russlands sogenannte Schattenflotte vorzugehen. Diese Flotte wird genutzt, um Sanktionen zu umgehen und Einnahmen für den Krieg gegen die Ukraine zu sichern. Britischen Streitkräften wurde demnach erlaubt, sanktionierte Schiffe notfalls zu entern.

Bislang blieb es jedoch bei Ankündigungen. „The Telegraph“ zufolge wurde bisher noch kein russisches Schiff beschlagnahmt, unter anderem wegen ungeklärter Zuständigkeiten und Kostenfragen innerhalb der britischen Regierung. So sollen seit Starmers Ankündigung mehr als hundert sanktionierte russische Schiffe britische Gewässer passiert haben, ohne aufgehalten worden zu sein.

Bereits Anfang des Monats war die Admiral Grigorowitsch nach Angaben der Zeitung im Ärmelkanal im Einsatz, um zwei sanktionierte Tanker zu begleiten. Ein britisches Marineschiff verfolgte den russischen Verband durch die Meerenge, ohne einzugreifen.